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Nr. 65 Heimatgruß Dezember 2001
Das Flüchtlingslager in Langenzenn
Das Flurbereinigungsverfahren wurde abgeschlossen
A
weng wos iber a Langerzenner Orchinoal, wi mer su sachd
Von Georg Ulrich
Där Hanner
A dichdier Maura woar er, obber gsuffn had er a vill. Innermoal had er zur Gaudi vo di Langerzenner a Stigla glieferd. Ans derfu etz, su wimmers derzellt worn is. Gscheng is es vo die 75 Joar rum.
Amoal had er in an Därfla, nid weid vo Langerzenn wos zum ärberden ghad. Sei Masder, där Röthlingshöfer, von den er wegn seiner saubern Ärberd gschäds woar, hadn an Stifdn miedgem. Ka Broadzeid und ka Middochessn hads doa gem und wos den Hanner an masdn gärcherd had, ka Fläschla Bier. Wis afn Feieroabnd zuganga is, sachd er zu sein Stifdn: „Gärgla, där helfmär, der geizin Schwardn. Doa hasd a Fuchzgerla und gäsd in di oaldn Schmidn, su hasd des Wärdshaus, und hulsd an Schnabs!“
Därwal had der Hanner di boar Broggn Broad, di er vo seiner Broadzeit aufkum had, as seiner Huserdaschn rauskulld. Wie der Gärgla midn Schnabs kumma is, doa hader di Broggn eigwachd. Wi er dann „Bud, bud, bud.!“ gloggd had, senn der Gieger und die Henna grennd und ham si iber di hiegworfna Broggn gmachd.
Nid lang drauf fengd der Gieger und sei Henna es dorgln uh. Der Gieger machd a Gschrah zam, oals wolder wi in der Fri di Leid aufweggn. Der Hanner schreid: „Beieri, Beieri, wos is mid dei Henna loas, schau när, die wärn doch nid freggn! Des wär a Schodn! Die ham wos derwischd! Hast du wos verkärds gfidderd? Di senn amend goar vergifd worn. Wos mach mer etz?“ „Hanner, i was ani wos, wos dengsd, wie miech mei Heer reia. Flanna kennerd i grod naus!“ Där Hanner räd: „Bivor di ganz hie senn, schlogn mer die Kepf ro. Hull när glei a Hägla!“
Di Beieri had es glabd, wos där Hanner gsachd had, had es Hägla ghulld und weiter iber ihr Heer gjammerd. Där Hanner had zuerschd den Gieger den Kopf roghaud, dann senn di Heer drukumma. Ausbludn had er sie anu lässen. „Wos willsdn mid di Heer do, di amend vergifd sen?“, froachd der dann scheiheili di Beieri, „Die mooch dooch kans mär!“ Di woar nu ganz verdadderd mid den Schräggn und sachd: „Nems mied und fidder dein Hund mied!“ Des läst si där Hanner nid zwamoal sogn und stobfd sein groasn Maurersrugsoog vull.
Där Gieger is am Sunndooch broadn worn. Raua Gläs und an Salod hads derzugem. Vo di Heer is su vill Nudlsubbn kochd worn, das der Hanner dernoch lenger kanna mär gessn had.
Die Übersetzung: Ein wenig über ein Langenzenner Original, wie man so sagt
Der Hanner
Ein tüchtiger Maurer war er, aber getrunken hat er auch sehr viel. Dazwischen hat er, zur Gaudi der Langenzenner, einen Streich geliefert. Einen davon jetzt, so wie er mir erzählt worden ist. Geschehen ist er vor ungefähr 75 Jahren.
Einmal hat er in einem Dörfchen, nicht weit von Langenzenn entfernt, etwas zu arbeiten gehabt. Sein Meister, der Röthlingshöfer, von dem er wegen seiner guten Arbeit geschätzt wurde, hat ihm einen Lehrling mitgegeben. Die Bäuerin, wohin er zur Arbeit geschickt wurde, war schon als geizig bekannt. Keine Brotzeit und kein Mittagessen hat es da gegeben und was den Hanner am meisten geärgert hat, war, dass es kein Fläschchen Bier gegeben hat. Kurz vor Feierabend sagt er zu seinem Lehrling: „Georg, der helfen wir, der geizigen Schwarte. Da hast du fünfzig Pfennige, geh’ in die Alte Schmiede, so heißt das Wirtshaus, und hol’ dafür Schnaps.“
In der Zwischenzeit hat der Hanner die paar Brotbrocken, die er von seiner Brotzeit aufgehoben hatte, aus seiner Hosentasche herausgeholt. Wie der Georg mit dem Schnaps ankam, hat er die Brocken darin eingeweicht. Wie er dann „Put, put, put“ gerufen hat, sind der Gockel und seine Hühner gerannt und haben sich über die ausgestreuten Brotbrocken hergemacht.
Nicht lang darauf fangen der Gockel und seine Hühner an zu torkeln. Der Hahn macht ein Geschrei, als wollte er, wie in der Frühe, die Leute aufwecken. Der Hanner ruft: „Bäuerin, Bäuerin, was ist mit deinen Hühnern los? Schau nur, die werden doch nicht eingehen? Das wäre ein Schaden! Die haben was erwischt! Hast du was Falsches gefüttert? Was machen wir jetzt?“ „Hanner, ich weiß auch nicht was, was denkst du, wie mich meine Hühner reuen! Ich möchte fast weinen!“ Der Hanner rät: „Bevor die verenden, schlagen wir die Köpfe ab. Hol gleich eine Hacke!“
Die Bäuerin hat geglaubt, was der Hanner gesagt hat, hat das Beil geholt und weiter über ihre Hühner gejammert. Der Hanner hat zuerst dem Hahn den Kopf abgehauen. Dann sind die Hühner drangekommen. Ausbluten hat er sie auch noch lassen. „Was willst du mit den Hühnern tun, die vielleicht vergiftet sind?“, fragt er dann scheinheilig die Bäuerin, „Die mag doch keiner mehr?“ Die war noch ganz aufgeregt von dem Schrecken und sagt: „Nimm’ sie mit und füttere deinen Hund damit!“ Das lässt sich der Hanner nicht zweimal sagen und stopft seinen großen Maurersrucksack voll.
Der Gockel ist am Sonntag gebraten worden. Es hat rohe Klöße und Salat dazugegeben (wie in Langenzenn üblich). Von den Hühnern hat es so viel Nudelsuppe gegeben, dass der Hanner danach längere Zeit keine mehr gegessen hat.
Es gibt eine weitere Fassungen dieser Geschichte. In dieser soll der Hanner beleidigt gewesen sein, weil er beim Aufrichten wegen seines Schimpfens bewusst übersehen wurde
Heimatgeschichtlich soll mit dieser Schilderung die Langenzenner Mundart niedergeschrieben werden, wie sie um die Jahrhundertwende noch gesprochen wurde. Wer weiß, wie lange noch?
Ich selbst habe mich als Mitarbeiter im ostfränkischen Wörterbuch bemüht, die alten Langenzenner Ausdrücke festzuhalten. Freuen würde ich mich, wenn man danach suchen würde.
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