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Nr. 69
Heimatgruß
Januar
2006
Nr. 69 Ausgabe zum 125-jährigen Jubiläum 2006
DIE GESCHICHTE
DES HEIMATVEREINS LANGENZENN
Von Kurt Sellner (aus diversen Niederschriften stark gekürzt)
Um wandernde Handwerksburschen
zu unterstützen, gründeten 1881 weitsichtige Langenzenner einen gemeinnützigen
Verein. Er führte den Namen „Wanderunterstützungsverein" und wurde vom
jeweiligen Bürgermeister geleitet. Mehrere Jahre darauf ging die Zahl der
einkehrenden Wanderer zurück. Der Vereinsausschuss be-schloss daher eine
Erweiterung der Vereinsaufgaben. Das neue Betätigungsfeld war die Verschönerung
des Ortes und seiner Umgebung. Es wurden Bäume und Sträucher zu Anlagen
gepflanzt. Diese geben noch heute der Landschaft ein besonderes Gepräge und
spenden wohltuenden Schatten. Bei den Arbeiten hatte sich in vorbildlicher Weise
der aus Emskirchen stammende Langenzenner Ehrenbürger Wilhelm Förster
eingesetzt. Mit unserer schönen Allee an der Zenn, die nach ihm benannt wurde,
hat er sich selbst ein Denkmal gesetzt. Mit Unterstützung der Stadt entstanden
Wanderwege im Teufels- und Reuthgraben. Eine große soziale Leistung des Vereines
war 1891 die Errichtung der Kleinkinderschule im Spital. Sie war vor allem für
die Kinder der Ziegeleiarbeiter eine segensreiche Einrichtung.
1909 wurde dafür ein eigenes Gebäude am Denkmalplatz errichtet. Hierzu gab der
Verein sein ganzes Vermögen in Höhe von 6000 Mark. Diese Schule blieb daher
lange unter Vereinsobhut. Auch die von Pfarrer Döderlein im Jahre 1903
gegründete Volks-bibliothek wurde vom Verein betreut. Um den Fremdenverkehr zu
fördern, beschloss der Ausschuss 1910 dem Nordbayerischen Verkehrsverein
beizutreten. Mit einem bei der Fa. Stadlinger gefundenen Schreiben ist
nachgewiesen, dass sich der Verein 1919 für den Weiterbau der Zenntalbahn bis
Obernzenn bei den zuständigen Behörden eingesetzt hat. Federführend war dabei
Eduard Stadlinger, Fabrikant und Ausschussmitglied. Die fruchtbare Zeit des
Vereines ging mit dem l. Weltkrieg zu Ende und die Tätigkeit wurde erst wieder
im Mai 1931 unter Vorsitz von Bürgermeister Binder aufgenommen. Als „Verkehrs-
und Verschönerungsverein" leistete der Verein seiner Heimatstadt mit dem
Unterhalt der Anlagen und Wanderwege nur noch kurze Zeit wertvolle Dienste.
Durch den politischen Umsturz im damaligen Reich kam dann 1933 das Vereinsleben
zum Erliegen. Erst als die Wunden des 2. Weltkrieges etwas verheilt waren, wurde
am 8. 11. 1951 mit 16 anwesenden Personen eine Vorstandschaft des wieder ins
Leben gerufenen Vereines gewählt. Herr Leonhard Binder war erster Vorsitzender.
In einer bald darauf folgenden Ausschusssitzung setzten die Mitglieder die
Vereinsziele fest.
Neben der Pflege der Anlagen und Wanderwege sollte der Fremdenverkehr gefördert
werden. Dazu gab Valentin Fürstenhöfer in einem Referat wertvolle Anre-gungen.
Die bevor-stehende Tausend-jahrfeier der Stadt Langenzenn kostete den Verein
viel Vorbereitung, so dass andere Aufgaben bis 1954 etwas kurz kamen. Nur noch
der Wiederaufbau des Lindenturmes fiel in diese Zeit. In der Hauptversammlung
von 1954 erhielt der Verein den Namen „Heimat- und Verkehrsverein". Als dann
1966 Architekt Friedrich Richter den Vorsitz übernahm, erfolgte auf seinen
Antrag hin die jetzt noch gültige Namensgebung „Heimatverein Langenzenn". Seit
1976 ist er beim Amtsgericht Fürth als gemeinnütziger Verein eingetragen. Durch
mannigfaltige Werbung und mit nachweisbaren Leistungen konnte die
Mit-gliederzahl langsam gesteigert werden. 1954 wirkte der Verein maßgeblich bei
der Gestaltung der Tausendjahrfeier der Stadt und einer heimatkundlichen
Ausstellung im Gemeindesaal mit. 1956 wurden die meist von Rektor Schmidt
gesammelten alten Geräte, Bücher und Urkunden bei der Eröffnung des ersten
Museums im Nordtrakt des Klostergebäudes gezeigt. Einen großen Auftrieb erhielt
1964 der Verein durch die Durchfüh-rung des Rangauta-ges. Der Höhepunkt der
Veranstaltung war der Festzug. Im glei-chen Jahr wurde auch eine Gedenktafel am
ehemaligen Standort des Druidensteins am Dillenberg im Rah-men eines Festes
enthüllt. Danach wanderten jahrzehntelang am Pfingstmontag Hunderte Freunde des
Vereines aus allen Orten rund um den Bergrücken dorthin, um dem unterhaltsamen
Programm dieses Waldfestes zu folgen: der Keidenzeller Liedertafel mit Herrn
Werner, einem heimatkundlichen Vortrag oder einem Hans-Sachs-Spiel, das Leo
Schuh mit einer Gruppe des Sängerkranzes einstudierte. Große Überraschung und
Freude löste 1965 der Fund einer Sandsteinplatte mit Saurierfußabdrücken von der
Abraumhalde der Ziegelei Stadlinger aus. Er brachte den ältesten Nachweis von
Lebewesen der Urzeit im Zenn-grund. Nach dem Tod des 1. Vor-stands Paul Lotter
1966 wurde unter seinem Nachfolger Architekt Friedrich Richter der „Heimat- u.
Verkehrsverein“ in „Heimatverein“ umbenannt. Im gleichen Jahr kam der erste
„Heimatgruß" zum Versand. Georg Ulrich gab dazu die Anregung. Frau Emmi Ludwig
übernahm die Schriftleitung. Ihre Mühe wurde allseits anerkannt. Nach mehr als
zehnjähriger Tätigkeit löste sie Frau Ilse Arlt ab. Mit Unterstützung der
Grundschulleitung gelang es 1966 einen vorweihnachtlichen Brauch wieder
einzuführen. Am 4. Adventssonntag zogen zum ersten Male Buben und Mädchen mit
selbst gebastelten Laternen in den Klosterhof ein, wo sie nach verschiedenen
Darbietungen nach Ideen von Frau Wenzel, vom „Klosterbeck" Langenzenner „Zuckerstickli“
in Form von Reiter und Docken geschenkt bekamen. Die Kosten hierfür wurden von
1966 bis heute mit einer jährlichen Spende der Sparkasse abgedeckt. 1968 kamen
anlässlich der Feier „Fünfhundert Jahre Kreuzgang'' viele Gäste aus nah und fern
in unseren Klosterhof. 1971 kam es trotz des massiven Protests des Heimatvereins
zum Abriss des Fuchstürmchens aus der Nordwestecke der Stadtmauer. 1972 feierte
man mit der Stadtgemeinde, Herrn 1. Bürgermeister Willi Rosskopf und vielen
Ehrengästen und Besuchern das hundertjährige Jubiläum der Zenntalbahn. Der
Heimatverein stellte zum Festzug einen Wagen und Schriftführer Peter Wenzel
lieferte für die Festschrift einen geschichtlichen Beitrag. Mit vielen
Geburtswehen kam es 1973 zur Gründung eines Spielmannszuges, der später ab 1976
von Michael Müller in Obhut genommen wurde. Eine bedeutende Säule des
Spielmannszuges blieben der Ausbilder, Musiker und Trommler Georg Froschauer
sowie Hans Pawlik.
Seit 1973 waren freiwillige Helfer dabei, die Innenräume des von der Stadt
erworbenen und äußerlich instand gesetzten Sörgelschen Hauses auch innen
vollständig zu renovieren. Die Pläne dazu stammten von Ehrenmitglied Architekt
Friedrich Richter, der schon oft mit seinen künstlerischen Fähigkeiten dem
Verein wertvolle Dienste erbracht hatte.
1974 trat der Spielmannszug zum ersten Male zur Langenzenner Kirchweih auf. Im
gleichen Jahr ließ der Heimatverein mit der Durchführung der Sonnwendfeier einen
alten Brauch aufleben. Der Heimatverein und die „Spitze" organisierten ab 1975
Altstadt-feste, deren Reinerlöse z. B. dem Badbau oder dem Spielmannszug zu Gute
kamen. Zu Schulbeginn übernahm der Stadtangestellte Herr Kreß die Bläser des
Spielmannszuges, da Herr Pawlik aus gesundheitlichen Gründen die Leitung abgeben
musste.
Nach dreijähriger Sa-nierung des Fach-werkbaues wurde 1976 das Heimat-museum
durch den 1. Vorstand Martin Weber eröffnet. Auch erster Bürgermeister Herr
Krippner begrüßte hohe Gäste von Regierung und Landkreis. Sie wurden von
Kunsthistoriker Herrn Dettenthaler durch die Räume geführt, in denen dieser
zuvor die Aufteilung und Gruppierung der Museumsstücke vorgenommen hatte. Aus
Anlass der Eröffnung ließ der Heimatverein eine Langenzenner Münze nachprägen.
Im gleichen Jahr und auch in den folgenden Jahren, lockten jährlich zwei
Sonderausstellungen viele Besucher in das Heimatmuseum. Georg Ulrich und seine
Arbeitsgemeinschaft hatten immer wieder neue Ideen, um heimatkundliches Wissen
in anschaulicher Weise zu vermitteln. Durch die bayerische Gebietsreform wurde
Langenzenn um vier Dorfgemeinden vergrößert. Damit dies nicht nur ein formeller
Akt blieb, bemühte sich seitdem der Heimatverein mit Veranstaltungen
unterhaltsamer Art die Verbindung zu den Dörfern zu vertiefen. 1977 fand im
Kapitelsaal des ehemaligen Chorherrenstifts eine besondere Ausstellung statt.
Anlass dazu war die Übergabe eines Christus- und Marienkopfes an unser Museum.
Das Heimatmuseum zeigte 1977 seinen Besuchern Trachten aus dem Frankenlande und
historische Festtagskleider der Vertriebenen aus Ungarn und Rumänien.
Beachtliche Spenden der Sparkasse und des Ehepaares Struller machten die
Anschaffung von Blasinstrumenten und Jacken möglich, so dass Herr Kreß mit der
Zeit den Spielmannszug zu einer Blaskapelle umwandeln konnte. Als bedeutendes
Ereignis für Langenzenn galt 1978 die Hobby-Ausstellung in der Aula der
Hauptschule. Allerlei Werke von rund 40 Hobbykünstlern konnten bewundert werden.
Von den Veranstaltungen der letzten siebziger Jahre wären besonders die
Heimatabende im Saalbau Schuh hervorzuheben, welche meist unter der Regie von
Leo Schuh viel Frohsinn weckten. Eine vollbesetzte Stadthalle spendete 1979
fränkischen Musikanten reichlich Beifall. Bei der Renovierung der evangelischen
Kirche wurde der Turmknopf erneuert. Der Heimat-verein füllte eine Kartusche mit
verschiedensten Erinnerungsstücken.
Die Teilnehmerzahl der monatlichen Wanderungen von Hermann Schuch blieb auch
1980 stets sehr zufrieden stellend. Seine natur- und heimatkundlichen Kenntnisse
gibt er noch heute seinen interessierten Zuhörern weiter. Immer einmal im Jahr
fand unter der Führung des Heimatfreundes Georg Alt eine gut vorbereitete
Wanderung in der Fränkischen Schweiz statt. Für reiselustige Langenzenner
unternahm der Verein mit der Bundesbahn alljährlich eine Mehrtagesfahrt. Wie
immer von Otto Leipold mit Gattin bestens organisiert, lernten die Teilnehmer
auf der Fahrt 1980 die französische Riviera kennen. Wollte man die Reisen mit
Otto Leipold auf einer Landkarte eintragen, so benötigte man eine Karte Europas,
denn die Reiseziele lagen nicht nur in den Nachbarländern Frankreich, Holland,
Schweiz und Österreich, sondern auch in Norwegen, Jugoslawien, Griechenland und
an den Gestaden des östlichen und südlichen Mittelmeers. Hier genoss
Heimatfreund Otto Leipold als bewährter Reiseleiter vollstes Vertrauen.
1981 feierte der Heimatverein Langenzenn sein 100-jähriges Bestehen. Damals
begrüßte der 1. Vorstand Martin Weber, in Anwesenheit des 1. Bürgermeisters
Fischer, zahlreiche Gäste und Ehrengäste. Im gleichen Jahr kam es zur Gründung
der Unterabteilung "Klosterhofspiele“ des Heimatvereins. 1984 wurde der
Hopfenbrunnen am Marktplatz eingeweiht. Der Entwurf war von Architekt Richter.
Geschaffen wurde der Brunnen von Steinmetzmeister Werner Igl.
In Zusammenarbeit mit der naturwissenschaft-lichen Zeitung "Kosmos“ verschickte
1983 der Heimatverein Samen der Kornrade in ganz Deutschland und darüber hinaus.
Zuvor war ein letztes Blumenexemplar von Martin Weber entdeckt und dessen Samen
von Heimatfreunden nachgezogen worden. Somit wurde diese Pflanze vom Aussterben
bewahrt.
Dr. Michael Kroner, Archivpfleger des Landkreises Fürth u. Archivar der Stadt
Langenzenn, gab 1988 eine umfangreiche und reich bebilderte Chronik der Stadt
Langenzenn heraus.
Auch der Augustiner- Chorherren-Brunnen wurde in Anwesenheit von Professor
Martin Peintner und vielen anderen Ehren-gästen eingeweiht. Die Langenzenner
Jugendka-pelle wurde 1990 selbst-ständig (gegründet 1973) und der Heimatverein
brachte das Buch "Ein Lebensbild" über Johann Georg Grienseyßen (1657 - 1732)
heraus. Auf Vorschlag von Martin Weber wurde Kurt Sellner 1991 zum 3. Vorstand
gewählt. Aufgrund der großen Nachfrage erschien in diesem Jahr auch der zweite
Bildband von Langenzenn (der erste Bildband wurde zwei Jahre zuvor
veröffentlicht). 1995 eröffneten wir unsere Fronfeste am Marktplatz als
zusätzliches Heimatmuseum. Vorher gab es umfangreiche Renovierungsarbeiten.
Viele Senioren des Heimatvereins und andere Freiwillige halfen. Auch der
Langenzenner Bauhof arbeitete mit. Erheblichen Anteil an diesem Ereignis hatte
der 1. Vorsitzende Martin Weber.
Frau Hensel legte 1996 die Schriftleitung des Heimatgrußes nach langjähriger
Tätigkeit in die Hände von Roland Schönfelder.
Auf Drängen des 3. Vorstands Kurt Sellner wurde im April 1997 ein Computer zur
Archivierung von Exponaten, zur Mit-gliederverwaltung u.v.a. angeschafft. Das
hochinteressante Buch „500 Jahre Schule Langenzenn“ wurde 1999 der
Öffentlichkeit vorgestellt. An der Erstellung waren viele Experten beteiligt.
Hauptinitiator war Martin Weber. In der Jahreshauptversammlung 2000 wurde der
bisherige 3. Vorstand Kurt Sellner zum 1. Vorstand gewählt. Der scheidende 1.
Vorstand Martin Weber war bis dahin 27 Jahre im Amt. Er kann auf viele wertvolle
Errungenschaften zurückblicken und hat sich um Langenzenn verdient gemacht. Auf
Initiative von Kurt Sellner erhielt der Heimatverein eine weltweit einsehbare
eigene Homepage unter www.heimatverein-langenzenn.de . Engagierter
Homepagegestalter ist Ernst Schneider.
Im Jahre 2001 würdigte der Heimatverein sein 120-jähriges Bestehen im Probzimmer
des Gasthofs Grauer Wolf. Im Rahmen dieser Feierstunde mit mehreren An-sprachen
und vielen Ehren-gästen wurde der Vereins-geschichte gedacht. Gleich-zeitig
erinnerte man sich an das 25-jährige Bestehen des Hei-matmuseums im Sörgelhaus.
Gründungsmitglied und Ehrenvorstand Georg Ulrich wurde an diesem Abend eine
Ehrenurkunde überreicht.
2002 eröffnete man auf wesentliches Betreiben von Ehrenvorstand Martin Weber den
Siebenerplatz. 2003 unternahm der Heimatverein eine Tages-Busfahrt nach
Neunkirchen am Brand. Man pflegt damit unsere Beziehungen zu dem Ort, aus dem
1409 die ersten Augustiner-Chorherren nach Langenzenn kamen. Im Dezember gab
Ehrenvorstand Martin Weber das Buch „Langenzenn aus der Luft – 1050 Jahre seit
der Reichs-versammlung in Langenzenn“ heraus. Erheblich daran mitgewirkt hatte
der Langenzenner Stadtarchivar Herr Dr. Michael Kroner. 2004 fand die
öffentliche Buchvorstellung der ältesten Chronik Langenzenns, der
Aufsberg-Chronik, im Alten Rathaus Langenzenns statt. Die 1. Auflage mit 108
Stück war am Tag danach restlos vergriffen. Im April fand im vollbesetzten
Gemeindesaal des Klosters die Vorstellung des gelungenen Buches „Augustiner-Chorherren-stift
Langenzenn 1409-1533“ statt. Als junge Autorin hat sich damit die junge
Gymnasial-lehrerin Susanne Habel ein Denkmal gesetzt.
Nach 1954, 1981 u. 1986 wurde 2004 zum 4. Mal das Kaiserspiel aufgeführt,
erstmals am Markplatz. Die souveräne Re-gisseurin war Frau Gabi Küffner aus
Fürth und die Gesamtleitung hatte Klaus Roscher. Seit Herbst 2004 führt auch
wieder ein Nachtwächter aus dem Heimatverein durchs abendliche Langenzenn. Der
Mitgliederstand des Heimatvereins zählte im Februar 2005 exakt 482 Mitglieder.
Die amtierende Vorstandschaft setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender
Kurt Sellner, 2. Vorsitzender Hermann Schuch und 3. Vorsitzender Gerhard
Striegel.
Im August 2005 erhielt der Heimatverein vom Ehepaar Hildegard und Konrad
Struller, die "Alte Apotheke", die schon seit 1995 in der Fronveste stand, nun
offiziell (mit Schenkungsurkunde). Schon 1993 überließ das Apothekerehepaar dem
HV die auf ihrem Dachboden befindliche Apothekereinrichtung.
Heimatvereinsmitglieder opferten viel Zeit, die Apotheke in den hervorragenden
Zustand zu bringen, in dem man sie heute im Museum bestaunen kann.
Im Herbst erzielten die Nachtführungen „Sagenhaf-tes Langenzenn“ erheblichen
Erfolg. Mehrere Mitglieder und Freunde des Heimat-vereins spielten dabei 4
Ge-schichten der Langenzenner Sagenwelt an deren histo-rischen Orten nach. Die
span-nenden Theatertexte dazu schrieb Margit Begiebing.
„KINDER DES HEIMATVEREINS“ –
DIE STADTKAPELLE UND DIE KLOSTERHOFSPIELE
Der Heimatverein hat in seiner
Geschichte immer wieder gezeigt, dass er durch gute Ideen und deren zielstrebige
Verwirklichung schon Vieles geschaffen hat. Dazu zählte auch, dass er durch die
Einrichtung von Unterabteilungen und die damit verbundene finanzielle
Unterstützung die Gründung des ehemaligen Spielmannszuges und der
Klosterhofspiele betrieb. Mit Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein entließ
dann der HV die erstärkten Abteilungen in ihre Selbstständigkeit als eigene
Vereine.
Zur Gründung der
Klosterhofspiele
Von Joachim Habel, Schriftführer des HV
Als Schriftführer des
Heimatvereins (seit März 1979) möchte ich zum 25-jährigen Jubiläum der
Klosterhofspiele Langenzenn einige Fakten beitragen, die beschreiben, wie es
„damals“ zur Gründung kam. Die Geschehnisse werden zumeist aus den Protokollen
der Ausschusssitzungen (AS) des HV entnommen.
Am 21. Januar 1980 trafen sich der 1. Vorstand des HV, Herr Weber, Bgm. Fischer,
die HV-Mitglieder Wenzel, Froschauer, Schuh, Struller, Habel und der Regisseur
Beat Wyrsch im Klosterhof zur Ortsbesichtigung, wo das Kaiserspiel aufgeführt
werden sollte. Im anschließenden Gespräch im Gasthaus „Grauer Wolf“ legte Herr
Wyrsch seine Gedanken zum Kaiserspiel dar. Fest stand, dass die alte Bühne und
die Kostüme von 1954 übernommen werden sollten. Da das Tonband von 1954 nicht
mehr auffindbar war, übernahm Lehrer Gerhard Heß die musikalische Leitung. Die
Gage sollte circa 14 000 DM betragen.
Ein ähnliches Treffen fand am 8. März 1980 mit Regisseur Kraft Alexander (KA)
aus Fürth statt. Da er einleuchtendere und bessere Umsetzungsideen hatte, wurde
KA am 10. März als Regisseur verpflichtet. Die Kosten für das Kaiserspiel wurden
auf 50 000 DM veranschlagt. Außerdem: 80 Laienspieler, sieben Vorstellungen ab
12.06.81, Holz vom Sägewerk Hitz, Werbungskoordinator Heinz Marschall,
Sonderkassier Otto Leipold, Organisator für die Proben und Spieler Joachim Habel.
Am 20.7.1981 wurde in der AS der Antrag der Aktiven des Kaiserspiels auf
Gründung einer Unterabteilung des HV mit Namen „Klosterhofspiele“ behandelt und
befürwortet. In der AS vom 12.10.81 wird festgelegt, dass die
Gründungsversammlung der Unterabteilung „Klosterhofspiele“ am 19.10.1981
stattfindet. Außerdem: Die Unterabteilung wählt einen 1. Abteilungsleiter,
Stellvertreter, Kassier, stellvertr. Kassier, Schriftführer und einen
Inspizient. Als Anfangsetat wurden (Zitat) „die Einnahmen aus dem Kaiserspiel
für die Schulen, für das die Schauspieler Urlaub genommen haben, zur Verfügung
gestellt.“
Interessantes aus der Gründungsversammlung Unterabteilung „Klosterhofspiele“ des
Heimatvereins am 19.10.1981
In die Anwesenheitsliste haben sich 39 Personen eingetragen und sind deshalb
Gründungsmitglieder:
M. Kelnberger, I. Eckert, H. Skeide, S. Beilner, H. Fleischmann, H. Schaller, B.
Schaller, E. Ammon, S. Reimann, M. Kirscher, E. Saniter, G. Schühlein, K. Hui,
L. Meyer, J. Amm, M. Fischer, H. Wiener, L. Schuh, H. Walter, A. Gall, R. Ahlers,
R. Ahlers, R. Simon, F. Richter, K. Struller, Kraft Alexander, M. Fischer, J.
Klostermeyer, H. Schemm, G. Welker, G. Heß, J. Habel, M. Weber, H. Seichter, S.
Reimann, H. Steiner, U. Mohr, C. Sanwald, G. Rißmann.
Wahlberechtigt waren 33 Heimatvereinsmitglieder.
Als 1. Abteilungsleiter wurde Reiner Ahlers mit 18 Stimmen gewählt. Jürgen
Klostermeyer erhielt 15 Stimmen. Zitat: „Herr Klostermeyer schlug nach
verlorener Wahl zum 1. Abteilungsleiter die Personalunion von Stellvertreter und
1. Schriftführer vor.“
Per Akklamation wurde o.g. Anliegen einstimmig angenommen.
2. Schriftführerin wurde M. Kelnberger, Kassier H. Schemm, 2. Kassier H. Skeide,
Inspizient G. Welker, Kostüme U. Mohr, Vergnügungswart E. Ammon.
Zitat: „Herr Kraft Alexander, der Regisseur, sieht in den Klosterhofspielen eine
große Chance für Langenzenn, bekannt zu werden.“ ... „Als erstes Stück schlägt
Kraft Alexander „Mirandolina“ vor.“ ... „ Herr Bgm. Fischer betont, daß durch
die Klosterhofspiele keinerlei Bevormundung der übrigen Langenzenner Vereine
vorgesehen sei.“...
In der AS vom 26.11.81 wird vom HV beschlossen, dass 1. und 2. Kassier einzeln,
1. und 2. Vorstand gemeinschaftlich verfügungsbe-rechtigt sind. Ein eigenes
Konto soll eröffnet werden.
„Mirandolina“ wird 1982 14-mal aufgeführt.
In der AS vom 29.3.82 wird beschlossen, dass der HV zur Abdeckung der
finanziellen Ausgaben den KHS 10 000 DM als Vorfinanzierung überweist. Am
22.11.82 übernimmt der HV ein Defizit der KHS von 7 000 DM.
In den Jahren 1984/85 gibt es erhebliche Probleme mit dem Landbauamt, den Herren
Prügel und Staffot, wegen der Nutzung des Klosterhofes zu Aufführungszwecken
während der Renovierungsmaßnahmen, die jedoch ohne Nachteil der KHS beigelegt
werden können.
In der AS vom 7.5.1984 wird der Unterabteilung „Kloster-hofspiele“ vom 1.
Vorstand We-ber nahegelegt, sich auf eigene Füße zu stellen und sich als
selbstständigen Verein zu grün-den. Begründet wird das An-liegen mit der hohen
Arbeitsbelastung des Haupt-vereins und den hohen Ein-nahmen, die der
Gemein-nützigkeit des Hauptvereins abträglich sein könnten.
In der AS vom 9.7.84 wird der Antrag der Unterabteilung „Klosterhofspiele“ auf
Heraus-lösung der KHS aus dem Hei-matverein behandelt, damit (Zitat) „die
Klosterhofspiele wunschgemäß einen eigenen Verein gründen können.“
Im Tagesordnungspunkt 1 der außerordentlichen Mitgliederversammlung des
Heimatvereins am 28.9.1984 im Gasthaus „Grauer Wolf“ wird von 35 der 38
anwesenden Mitgliedern des Heimatvereins (60 Personen sind insgesamt anwesend)
mit einer Gegenstimme, also mit mehr als Zweidrittelmehrheit, die Herauslösung
aus dem Hauptverein beschlossen.
Die Kasse der KHS wurde vorher von F. Froschauer und G. Biegel geprüft und als
in Ordnung befunden.
Im Tagesordnungspunkt 2 erfolgt die Neugründung des Vereins „Klosterhofspiele
Langenzenn e.V.“
ZUR ERINNERUNG
AN DEN 16. APRIL 1945:
60 JAHRE KRIEGSENDE IN LANGENZENN
Von Hermann Ziegler, vorgetragen am 8. Mai 2005 im Gottesdienst der
Langenzenner Stadtkirche.
(Die als Zitate gekennzeichneten Stellen sind dem Heimatbuch von Herrn Pfarrer
Hiller Seite 78 ff entnommen. Weitere Quellen waren die Aufzeichnungen von
Herrn Pfarrer Ott sowie das erst vor wenigen Jahren erschienene Cadolzburger
Buch “Die Burg brennt“ von Hans Werner Kress.)
Das heutige Datum - 8. Mai - weckt schreckliche Erinnerungen.
60 Jahre sind seit dem Ende des Krieges vergangen und über 60 Jahre Kriegsende
und Befreiung in Langenzenn nachfolgend einige Betrachtungen:
Nachdem im täglichen Wehrmachtsbericht die Siegesfanfaren und die
Sondermeldungen immer mehr verstummten und der propagierte Endsieg in immer
weitere Entfernung rückte, war es klar, dass das so genannte „Tausendjährige
Reich“ bald zu Ende gehen würde. Die verlorene Schlacht um Stalingrad und der
Sieg der Alliierten in Afrika leiteten die Wende ein. Als dann noch die Invasion
in der Normandie glückte, hatte die Wehrmacht dem Gegner, außer so genannten
strategischen Rückzügen, nicht mehr viel entgegenzusetzen.
Als Rhein und Main von den alliierten Truppen schnell überquert waren, gab es
kein Halten mehr und die Kampfhandlungen kamen immer näher, die wenigen
Verteidiger zogen sich immer weiter zurück. Durch die totale Luftüberlegenheit
der Amerikaner und Engländer waren militärische und zivile Bewegungen am Tage
auf den Wegen und im Gelände fast mit Selbstmord zu vergleichen.
Es waren immer Tiefflieger in der Luft und feuerten auf alles, was sich bewegte.
Bereits im Februar 1944 verloren in Unterfürberg bei einem Bombenangriff auf den
Langenzenner Zug folgende Langenzenner Bürger ihr Leben: die Hausfrau Babette
Schmidt, der Schüler Herbert Siegert, der Schüler Klaus Wild und die Schülerin
Friedi Lotter.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ein normaler Schul-unterricht schon
lange nicht mehr möglich war und wir die meiste Zeit im Klosterkeller
verbrachten. Schon Ende März meldete der Soldatensender, dass die amerikanischen
Panzer über Würzburg hinaus gestoßen seien und auf dem Marsch auf Nürnberg
wären. Von da an wartete alles auf die Amerikaner, denn die Verhältnisse waren
unerträglich geworden.
„Am Montag, dem 9. April 1945, vormittags 9.30 Uhr, wurde Langenzenn von 8
feindlichen Jagdfliegern mit Spreng- und Brandbomben angegriffen. ... Dadurch
gingen in der Hindenburgstraße 4 Häuser und 2 Scheunen in Flammen auf, 3 Häuser
brannten teilweise nieder, ebenso 2 Scheunen. Mehrere Gebäude in der Ringstraße
erlitten Beschädigungen. Die Gebäude von Kirche und Kloster waren stark
gefährdet. Das Klosterdach des Westflügels brannte an zwei Stellen, doch konnte
es gelöscht werden. Eine in die Kirche gefallene Brandbombe wurde zur rechten
Zeit entdeckt und gelöscht. Im großen Pfarrgarten, dem heutigen
Sparkassen-Parkplatz lagen etwa 25 Stück Brand-Bomben. In der Woche vom 8. -
16. April war ständiger Fliegeralarm ohne Entwarnung. Nicht unerwähnt sollte
bleiben, dass am 9. April 1945 der Gastwirt Friedrich Meier ums Leben kam. Die
Menschen kamen fast nicht mehr aus den Kellern heraus. ... Am Sonntag, dem 15.
April, hörte man in der Frühe starkes Schießen in geringer Entfernung. In der
Sakristei versammelte sich ein kleines Häuflein Getreuer zu einem ergreifenden
kurzen Gottesdienst.
Und nun zum 16. April: Die Rauchwolken kamen näher. Vormittags war rege
Tieffliegertätigkeit. Gegen Mittag wurde die Eisenbahnbrücke gesprengt. Bald
darauf erfolgte die Sprengung der “Breiten Brücke“, die Brücke also über die
alte B 8. Seltsamerweise war die Straßenbrücke bei der Neumühle nicht gesprengt
worden; die einen sagten, weil man keinen Sprengstoff mehr hatte, die anderen
behaupteten, weil man glaubte, die Brücke sei für Panzer zu schwach. Und genau
über diese Brücke fuhren dann 8 Tage lang nicht nur die kleinen und großen
Panzer, sondern auch alle schweren Spezialwagen der Amerikaner.
Aber auch diese Brücke war zur Sprengung vorbereitet.
Erst lange Zeit später wurde bekannt, dass ein in der Nähe wohnender
Pionierveteran des Ersten Weltkrieges, Johann Kammerer, die Zünder unbrauchbar
machte, um die Zerstörung der Mühle und der angrenzenden Häuser zu verhindern.
Gegen 17.00 Uhr setzte der Artilleriebeschuss ein, aber nur wenige Treffer
gingen nach Langenzenn. Bei Hardhof entwickelte sich im Laufe des Nachmittags
ein Gefecht, bei dem 1 deutscher und 4 amerikanische Soldaten fielen.
Gegen 19.30 Uhr zogen die amerikanischen Panzer in Langenzenn ein, ohne
Widerstand zu finden. Die deutschen Soldaten, deren Gefechtsstand in der
Kolbschlucht war, hatten sich bereits vorher zurückgezogen. Nur aus dem
Hitlerjugendheim (heute steht dort die Katholische Kirche) war geschossen
worden, was zur Folge hatte, daß das Gebäude in Brand geschossen wurde, ebenso
die Scheune vom Bauern Grau. Gegen 23.00 Uhr wurden durch einen Flieger 4
Scheunen in der Nähe des Klosters in Brand geschossen, darunter auch die uralte
Klosterscheune. Da die Häuser in der Alten Zennstraße in großer Gefahr waren,
verließen trotz des Verbotes viele Leute die Keller und versuchten, die Brände
zu löschen. Das Kloster war durch Funkenflug in Gefahr.
In dieser Nacht wurde der Baumeister Leonhard Krauß, der als Volkssturmmann vom
Dienst heimgehen wollte, von einem amerikanischen Soldaten erschossen. Auch
Frau Hedwig Wirth fand den Tod. Auch wurden in derselben Nacht mehrere
Langenzenner Bürger gefangen genommen. ... Am 17. April 1945 war die kämpfende
Truppe bereits vormittags gegen 8 Uhr abgerückt. ... Am Südhang des Zenngrundes
zwischen Arbeitsdienstlager und Gauchsmühle legten die Amerikaner ein Lager für
deutsche Kriegsgefangene an.“
Es soll das größte Durchgangslager der Amerikaner in Süddeutschland gewesen
sein. Es wurden nach Schätzungen zwischen 100 000 und 150 000 Gefangene
durchgeschleust. Nach Pfingsten 1945 wurde das Lager aufgelöst.
Die ältere Bevölkerung von Langenzenn wird sich an diesen bedruckenden Teil
unserer Geschichte sicherlich nicht gern erinnern. Den Jüngeren ist zu wünschen,
dass sie aus der Geschichte lernen und dass eine solche Zeit aus Angst und
Schweigen nie mehr kommen möge.
Dabei möchte ich wiederholen, was in der Zeitung zu lesen war: “Ihr seid nicht
verantwortlich für das, was geschah, aber dass so etwas nicht wieder geschieht,
dafür schon“.
Alle zusammen wollen wir aber in Dankbarkeit auf 60 Jahre Frieden in unserem
Land zurückblicken. Schlussgebet im Muttertags-Gottesdienst am 08.05.2005:
Ewiger Gott im Himmel, dieser Gedenktag hat seine Ursache in einer Katastrophe.
... Betroffen sind wir, dass dieser Krieg gewollt war. Umso mehr danken wir für
jene, die noch mehr Blutvergießen verhindert haben, auch ... in Langenzenn.
Dabei denken wir an den damaligen 1. Pfarrer Hans Ott, der den mutigen
Entschluss fasste, Kloster und Kirchturm mit weißen Tüchern zu beflaggen und so
die Stadt vor großem Schaden bewahrte. Und wir danken dir für 60 Jahre Frieden.
Schenke Sorgsamkeit im Umgang mit diesem teuren Geschenk. Wehre den Stimmen, die
erneut nach einer starken Hand rufen oder meinen, dass notvolle Zeiten die
Menschen zur Vernunft bringen.
Anmerkung der Redaktion:
Leider sind dem HV keine Bilder aus dieser Zeit bekannt. Besitzen Sie als Leser
des Heimatgrußes Bilddokumente über den Einmarsch der Amerikaner und die kurze
Zeit danach?
Wir gedenken unserer Toten
Georg Jakob, Michael Ehrmaier, Fritz Plümecke,
Betty Scheller, Käthe Stengel ,Georg Höfler,
Stinzendorf
Werner, Bischoff Georg Liehret,
Rossendorf ,Christine Zangl
20 JAHRE „SINGGRUPPE HOPFENZUPFER LANGENZENN“
Von Leo Schuh
Es begann im Jahr 1985 erst einmal mit der Namenssuche. Wir wussten, dass lange
Zeit in Langenzenn Hopfen angebaut wurde. So fiel uns der Name „Die Hopfenzupfer“
ein und so blieb er auch bis heute.
Vier Frauen, zwei Männer und eine „Quetschn“ waren die Besetzung. Unser Gesang
war noch holprig, als wir das erste Mal bei der Sonnwendfeier am Schwanenweiher
gesungen haben. Begeistert waren wir trotzdem. Und das war auch gut so, sonst
hätten wir sicherlich damals wieder aufgehört.
Wir stellen uns kurz vor (von links nach rechts): Marga Krug, Lotte Schuh,
Gertrud Weiß, Frieda Gebhardt, meine Wenigkeit und Peter Schindler.
Seit nunmehr 11 Jahren begleitet uns Peter Schindler, obwohl es ihm manchmal
aufgrund seiner Arbeit als Landwirt gar nicht leicht fiel. Vorher hat uns Georg
Haßlinger neun Jahre lang musikalisch umrahmt.
Unser Ziel ist es, Lieder und Gedichte auf Fränkisch zu interpretieren. Und wir
hatten damit schönen Erfolg. Aufgetreten sind wir „von Giegershuf bis Hamburg.“
Wir konnten, so glaube ich sagen zu können, vielen Menschen immer eine Freude
bereiten. Und so Gott will, versuchen wir das weiterhin noch ein paar Jährchen.
Zum Schluss möchten wir uns bei allen Zuhörern aus Langenzenn und Umgebung für
die langjährige Treue bedanken.
DER HEIMATVEREIN BERICHTET:
„Kubaspinat“ bei der Maiwanderung
Von Hermann Schuch
Die bei der letzten Maiwanderung gefundene Pflanze ist unter den Namen
Tellerkraut, Kubaspinat oder auch Winterportulak (botanisch claytonia perfoliata)
bei uns bekannt. Dieses Portulakgewächs stammt, wie einer der Namen schon
andeutet, ursprünglich aus Amerika und wird im Herbst als Wintersalat angebaut
und ist wegen des hohen Vitamin-C-Gehaltes äußerst gesund.
Die bei der Wanderung gesehene Pflanze scheint offensichtlich verwildert gewesen
zu sein.
Auf dem Stadtfriedhof in Langenzenn kommt auch der Gemüse-Portulak (botanisch
portulaca oleracea) bei aufgelassenen Gräbern vor. Aber auch hier handelt es
sich um verwilderte Pflanzen.
Herbstfahrt am 18.09.2005 nach Wunsiedel
Von Kurt Sellner
Ein Hauptziel unserer Herbstfahrt 2005 war die Besichtigung eines kleinen Teils
historischer Bücher aus dem ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Langenzenns in
Wunsiedel. (Der andere Teil unserer alten Klosterliberei befindet sich noch im
Schloss Pommersfelden. Diesen Büchern wollen wir ein anderes Mal einen Besuch
abstatten.)
Am Wahlsonntag, dem 18.9.05, fuhren wir mit dem Bus kurz nach 8.00 Uhr von
Langenzenn ab. Gegen 10.30 Uhr kamen wir nach gut 160 km Fahrt in Wunsiedel an.
Im dortigen Fichtelgebirgsmuseum bestaunten wir acht von ehemals 1100 Bänden der
in Wunsiedel verbliebenen mittelalterlichen Bücher unserer ehemaligen
Langenzenner Klosterliberei.
Die ehemaligen Langenzenner Bücher selbst waren auf Wunsch des 1. Vorstands
vorübergehend in das Wunsiedeler Fichtelgebirgsmuseum verbracht worden.
Ferner bewunderten wir etwa 20 in diesem Museum ebenfalls ausgestellte, 600
Jahre alte Langenzenner Pfennige.
Wer sich umfassend mit der mittelalterlichen Klosterbibliothek Langenzenns
befassen will, möge dazu im 2004 erschienenen Heimatbuch „Das Augustiner-
Chorherrenstift Langenzenn, 1409-1533“, die Seiten 49 bis 53 lesen. Dieses Buch
von Susanne Habel enthält umfangreiche und detaillierte Angaben zum
Bücherbestand unserer ehemaligen Klosterliberei.
Nach dem Museumsbesuch erfolgte ein kleiner Stadtbummel mit anschließendem
Mittagessen.
Nachmittags bestiegen die Sportler unter uns die Luisenburg. Die, die nicht so
anstrengend klettern wollten, wählten mit Lore Sellner den kurzen, ebenen Weg
zum Café in Bad Alexandersbad. Im kleinen Kurbad mit 1300 Einwohnern, einem
Markgrafenschloss und einer Senioren-Residenz (Edel-Seniorenheim), konnte man
auch wunderschön im Kurpark spazieren gehen. Die Wanderer brauchten etwas länger
und kamen über die Felsensteige der Luisenburg gut gelaunt ebenfalls nach Bad
Alexandersbad.
Gegen 21.00 Uhr kamen wir dann wieder gesund in Langenzenn an.
EREIGNISSE IM JAHRESRÜCKBLICK 2005
Von Martin Weber
Januar
Die Firma Koramic (ehemals Dachziegel Stadlinger) begann ein ausgedientes und
aufgrund der Größe ortsbildprägendes Produktionsgebäude abzureißen.
Ende Januar stellte die Firma Ch. Schwaiger die Eigenfertigung von Verstärkern
in Langenzenn ein. Die Produktion wurde nach Tschechien verlagert, Logistik und
Versand bleiben hier.
Februar
Am 14. Februar wurde Georg Ulrich 90 Jahre alt.
März
Im Rahmen des Frühjahrskonzertes der Stadtkapelle wurde der 1. Vorsitzenden
Claudia Engelstädter und dem 2. Vorsitzenden Klaus Brunner von der
Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände die Verdienstmedaille in Silber
überreicht.
April
Die katholische Pfarrei St. Marien in Langenzenn feierte ihr 40-jähriges
Bestehen.
Pfarrer Christian Wolfram übernahm die 2. Pfarrstelle in Langenzenn und ist für
die Außenorte Rossendorf und Keidenzell zuständig.
Am letzten des Monats wurde erstmals von Mitgliedern des HV ein Zunftbaum vor
dem Gasthaus Grauer Wolf am Schreiberstorberg aufgestellt.
Mai
Der Ausbau des Marktplatzes wurde begonnen.
Juni
Im Gymnasium waren Schüler aus Schottland zu Gast und der Kreisbauausschuss
besichtigte den Erweiterungsbau für Biologie- und Kunsterziehungsräume
(Bausumme: 1,8 Mio. €).
Juli
Zu Beginn es Monats schlossen sich die Walter Dachziegel GmbH Langenzenn und die
Jacobi Tonwerk GmbH aus dem niedersächsi-schen Billshausen zusammen. Eines der
letzten großen Familienunternehmen in Langenzenn wurde damit verkauft. Horst
Walter leitet weiterhin als Geschäftsführer das Langenzenner Werk.
Die letzte große Birke am Klaushofer Weg brach am 10.07.05 um 18.30 Uhr aufgrund
eines Sturmes ab.
Die neue Grundschulturnhalle wurde durch Bürgermeister Fischer ihrer Bestimmung
übergeben (Bausumme: 1,2 Mio. €).
September
Der Gründer der Firma „Ströbel Spezialverpackungen“ Gerhard Ströbel übergab die
Leitung seinem Sohn Rainer Ströbel.
Keidenzell feierte 140 Jahre Nikolauskirche. Der Name ist zurückzuführen auf die
im 30-jährigen Krieg zerstörte „Nikolauskapelle“.
Oktober
Enthüllung der neuen Ortstafel in Kirchfembach. Auf ihr ist folgender Text zu
lesen: „Dorf Kirchfembach Landkreis Neustadt a/Aisch“ Zur Erklärung:
Die erste urkundliche Erwähnung war 1150, und zwar eines „Ekkehard de Vuenbach“;
bis 1791 war Kirchfembach bayreuthisch, von 1791 bis 1806 preußisch; von 1806
bis 1810 französisch und ab 1810 bayerisch. 1862 wurden die Bezirksämter
eingeführt, 1938 die Landkreise. Am 1. Januar 1972 erfolgte die Eingemeindung in
die Stadt Langenzenn und somit in den Landkreis Fürth.
Auszeichnung von Hans Scherb aus Laubendorf für sein langjähriges Wirken in der
Gemeinde durch die Kommunale Verdienstmedaille in Bronze. Von 1966 bis 1972 war
er Gemeinderat in Laubendorf und von 1972 bis 2002 Stadtrat in Langenzenn.
LIEBE LANGENZENNERIN, LIEBER LANGENZENNER, LIEBE LANGENZENNER IN DER FERNE
Im Jahr 2006 feiert der Heimatverein Langenzenn sein 125-jähriges Bestehen.
Mindestens im Landkreis Fürth sind wir damit der älteste Heimatverein. Wenn wir
in diesem Heimatgruß unsere stark verkürzte Vereinsgeschichte lesen, kann man
durchaus sagen, dass es über weite Strecken schöne, wertvolle und erfolgreiche
Jahre waren. Betrachtet man die vielen abgeschlossenen Vereinsaktivitäten,
unsere Museumstätigkeiten, die vielen schönen Wanderungen und hoch interessanten
Fahrten, unsere umfangreich herausgegebene Literatur, die immer wieder neuen
Forschungsergebnisse aus der Geschichte Langenzenns und ihre Veröffentlichung im
Heimatgruß, die Erhaltung historischer Gebäude und Gegenstände, die
Unterstützung anderer Vereine und das selbstlose Engagement vieler
Vereinsmitglieder, empfindet man gegenseitige Achtung.
Was für uns über diese langen Jahre wichtig war, soll uns auch künftig wichtig
bleiben, nämlich: das hohe Gut unserer Heimat schätzen, pflegen und bewahren,
Verborgenes dem Nebel der Geschichte entreißen und für kommende Generationen
niederschreiben, die Geborgenheit der Gemeinschaft über viele unterschiedliche
Meinungen hinweg beibehalten und die Werte einer gewachsenen Kultur und unseres
christlichen Glaubens hüten.
Ihr Kurt Sellner
KLOSTERFÖRSTEREI ODER PRIVATANWESEN?
Von Martin Weber
Am 11. September konnte die Öffentlichkeit im Rahmen der Aktion „Tag des offenen
Denkmals“ das Haus an der Würzburger Straße Nr. 5 bewundern. Mit hohem
persönlichem Einsatz hat das Ehepaar Sonja und Jürgen Fischer aus Nürnberg
zusammen mit dem Fürther Architekten Hermann Keim die umfassende Restaurierung
durchgeführt. Damit ist uns eines der schönsten Fachwerkhäuser in Langenzenn
erhalten geblieben.
Am 19. August 2005 war dazu auch ein Artikel in den „Fürther Nachrichten“ zu
lesen. Überschrieben war der Artikel folgendermaßen: „Uns bleibt ein Juwel
erhalten! Serie zum Tag des offenen Denkmals: Die ehemalige Klosterförsterei
wird saniert.“ Im weiteren Verlauf konnte man lesen, dass das zweigeschossige
Wohnhaus von einem gewissen Förster Franz Oppolzky als Klosterförsterei erbaut
wurde.
Meine Recherchen im Stadtarchiv Langenzenn (Abschrift aus dem Sallbuch von 1535,
Seite 28 und Auszug aus der Abschrift von Pfarrer Hiller) haben Folgendes
ergeben:
Das Haus wurde 1723/24 außerhalb der Stadtmauer westlich vom Friedhof erbaut.
Das Grundstück hatte der Förster Franz Oppolzky von Hanns Trummer gekauft. Das
Anwesen von Trummer war im Unteren Markt Haus Nr. 16, heute
Friedrich-Ebert-Straße Nr. 13, und brannte beim großen Brand 1720 ab. Um den
Wiederaufbau seines Anwesens zu finanzieren, verkaufte Hanns Trummer das
Grundstück Nr. 112, heute Flurstück Nr. 295 und Würzburger Str. 5. Das Ehepaar
Franz und Helena Oppolzky bauten sich ein zweigeschossiges Wohnhaus auf das
Grundstück vor dem Oberen Tor. Der Bauherr war Förster des
Klosterverwalter-amtes, landesfürst-licher Beamter des hochfürstlich
brandenburgisch-bayreuther „Closter Forstes Bayreuth“.
Zu dieser Zeit umfassten die Waldungen des Klosters Langenzenn 129 Morgen. Sie
waren bis 1791 der Forstverwaltung Bayreuth unterstellt. Danach von 1791 bis
1806 dem preußischen Staat und ab 1806 dem Königreich Bayern. Einige Waldungen
wurden auch veräußert. Der Förster Franz Gotthard Oppolzky von der staatlichen
Forstverwaltung Bayreuth hat zu der Zeit (1723/24) das Klosterholz in Langenzenn
nur verwaltet. Er baute sich sein Haus in Langenzenn auf das Flurstück Nr. 295.
Somit war es das Haus des Försters Oppolzky, also ein Pri-vathaus. Spä-ter wurde
das Anwesen ver-erbt und auch zum Teil ver-kauft.
Es kann also nicht die Klos-terförsterei gewesen sein. Außerdem wurde 1533 das
Kloster aufgelöst und das gesamte Vermögen vom Markgrafen in Ansbach eingezogen.
A WENG WOS AF LANGERZENNERISCH
Sprochschwierichkeidn – odder kennä sie si aus mit Soggerli, Suggerli und Säggli
Von Monika Weber
In di sechzger Johr is a Breiß, a waschechder Hanseod, in unser Steedla kumma.
Der had af an Urlaub in Berchdesgoodn di Helga kennaglärnd, a Eiheimischa vo
Langerzenn.
Dass die Iglsgrooßmudder der Helga ihr Liebschafd a amoll seeng hadd wolln,
senns hie zunära. Sie had an Schdull af ieern Dridd steh kadd voern Fenster und
hat gschdriggd. Sie wor fleißi, wenn ihr Leid Schdrimpf brauchd hemm.
Heefli froochdäss, wos do schdriggd. “A boor Soggerli fier di Glaa.” No is dä
Ongel däzukumma mid dä Glann afn Arm und grinsd ibäs ganze Gsichd und sachd: „
Mir woorn grood dreem bon Milchdoaler und hemm di Suggerli ogschaud.” Schnell
schaud der af sei Uhr und sachd nu därzu: “Wenner nu a weng Zeid habd, dringmä
nu a Schebbla. Der Himml iberziechd si scho dohind, ich glaab, es rengd glei.
Doa mussi nu die Säggli von Woong oloodn.
Der Helga ihr Freind is immer ruicher woorn. Und wis därham woorn, hadsn di
Wädder verdeidschn messen.
Heid brauchd dä kann Iebersedser meer, heid verstädder di Langerzenner Sprooch
und mooch is Frangnland.
Veranstaltungen
06.01. Dreikönigswanderung mit Hermann Schuch
04.03. Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen im Gasthof Grauer Wolf
29.04. - 01.05. 125 Jahre Heimatverein Langenzenn
29.04. Großer Heimatabend im Saal des Gasthofes Grauer Wolf, Beginn: 19.30 Uhr.
30.04. Ökumenischer Gottesdienst (9.30 Uhr), Festkommers (11.00 Uhr) und
gemeinsames Mittagessen mit geladenen HV-Deligierten und Ehrengästen um
12.30 Uhr; evtl. Führungen durch Fronveste und Heimatmuseum.
01.05. Presssack-Wanderung mit Hermann Schuch (10.00 Uhr), endet mit dem
Aufstellen des Zunftbaums am Nordparkplatz des Gasthofes Grauer Wolf (ca. 15.00
Uhr), Ausklang der Festlichkeiten.
10. – 13.06. Langenzenner Kirchweih mit Sonderausstellung im Heimatmuseum:
„Langenzenner Meisterbriefe“
12.06. Kirchweih-Frühschoppen des Heimatvereins mit der Stadtkapelle ab 10.00
Uhr auf dem Nordparkplatz des Gasthofes Grauer Wolf.
24.06. Sonnwendfeier an der Bleiche mit den „Pflaumen“ und der
Hans-Sachs-Spielgruppe.
09.09. Altstadtfest, HV und Bauernverband gemeinsam
13. - 15.10. 3-Tagesfahrt des Heimatvereins nach Südtirol mit Neustift-Besuch
03.10. Herbstwanderung mit Hermann Schuch
06. u. 20.10. „Mit dem Langenzenner Nachtwächter unterwegs“. Für Kinder u.
Erwachsene; Beginn 19.05 Uhr am Heimatmuseum.
Ende Nov. „Sagenhaftes Langenzenn“. Auf den Spuren
Anfang Dez. Langenzenner Sagen und Geschichten; Treffpunkt 18.00 Uhr vor dem
Heimatmuseum (genaue Termine werden noch bekannt gegeben).
17.12. 3. Advent: Weihnachtsmarkt, Rockenstube in der Fronveste u. Lichterzug
06.01.07 Dreikönigswanderung mit Hermann Schuch
24.02.07 Jahreshauptversammlung im Gasthof Grauer Wolf; Beginn 20.00 Uhr
Das Heimatmuseum und die Fronveste sind jeden ersten Sonntag im Monat von 14 -
16 Uhr geöffnet.
Die Ziele der Wanderungen werden durch Anschlag bekannt gegeben.
Erleben Sie den Verein im Internet: www.heimatverein-langenzenn.de
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Herausgeber des Heimatgrußes: Heimatverein Langenzenn e.V., 90579 Langenzenn,
Redaktion Roland Schönfelder, Fichtenstr. 21, 90579 Langenzenn
e-mail: r.schoenfelder@t-online.de
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