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Nr. 71
Heimatgruß
Dezember
2007
625 JAHRE SPITAL LANGENZENN
AUFLÖSUNG DES HEIMKEHRERVERBANDES VDH LANGENZENN
DER „ALTE MÜHLWEG“ UND DIE „APOLLONIENKAPELLE“
VON LANGENZENNER BETRIEBEN
Brand in
der ehemaligen Ziegelei „Lotter & Stiegler“
Dr. med.
Ernst Glenk geht in den wohlverdienten Ruhestand
125 Jahre
Draht Krippner Langenzenn
EREIGNISSE IM JAHRESRÜCKBLICK 2007
Historischer Brauereiadler kehrte zurück
Ihren 70sten Geburtstag feierten 2007
Ergänzung
zum letzten Heimatgruß Nr. 70
Interessantes im Jahr 2008
BILDER VOM NÄCHTLICHEN MARTIN-LUTHER-PLATZ
MUNDART:
Wu issn
eignli aan sei Derhamm?
LIEBE LANGENZENNERIN, LIEBER LANGENZENNER
Wir gedenken unserer Toten
625 JAHRE SPITAL LANGENZENN
1382 BIS 2007
Von Kurt Sellner

Das Spital von der Sanktustorstraße aus
Für viele
Langenzenner Bürger, Förderer, Senioren, Sponsoren, Kranke, Bedienstete und
Freunde unfassbar, musste nach 625 Jahren, am 30. Oktober 2007, das Langenzenner
Krankenhaus seinen Betrieb aus Wirtschaftlichkeitsgründen einstellen.
Das Langenzenner Spital wurde 1382 gestiftet und 1384 von Friedrich V., Burggraf
von Nürnberg, urkundlich bestätigt, dem man auch nachsagt, dass er ungewöhnliche
Geschäftskenntnisse besaß und Urkunden eigenhändig entwarf. Aus den Urkunden von
1382 und 1384 geht leider nicht ganz eindeutig hervor, wer der Spitalstifter
war. Aufgrund der Bezeugung des Langenzenner Pfarrers Johannes von Seckendorff,
genannt Hörauf und diverser Formulierungen der Urkunde von 1382, schließt man
auf Johannes von Seckendorff, der auch Domherr zu Bamberg war, als den
eigentlichen Stifter.
In der zweiten Urkunde von 1384 tut der Burggraf von Nürnberg „allen, die den
Brief sehen oder hören, kund“, dass er zu seinem „Seelen Heil“ und damit die 6
Werke der Barmherzigkeit (nach Math. 25, 31-46: Hungrige speisen, Durstige
tränken, Obdachlose beherbergen, Nackte kleiden, Kranke und Gefangene besuchen)
„buß- und vollkommentlicher vollbracht und vollendet werden mögen.“
Die Gründung des Spitals folgte dem Modell anderer Städte. Es war somit, wie in
anderen Städten auch, eine universale mittelalterliche Sozialeinrichtung, primär
Armen- und Krankenhaus, aber auch Gast-, Asyl- und Pilgerstätte. Sicher wurde z.
B. auch bestimmten älteren Personen, den so genannten Pfründnern, Unterkunft und
Speise gewährt.
Schon aufgrund der Urkunde von 1382 ist es nahe liegend, dass an der Stiftung
des Spitals auch die Bürgerschaft Langenzenns erheblich Anteil hatte. Der
Burggraf von Nürnberg aber bestätigte nicht nur urkundlich das Spital, sondern
befreite es auch von allen Abgaben. Somit konnte sich die Stadt wesentlich
leichter auf die Erweiterung von Spitalgütern und Stiftungsvermögen
konzentrieren.
Hatte das Spital und Hospital schon von Anfang an durchaus viele Stiftungsgüter,
so floss ihm im Laufe der Jahrhunderte noch erheblich an Besitz, Grund und
Abgaben zu. In der ältesten Langenzenner Heimatchronik von Stadtpfarrer Joh.
Stephan Aufsberg sind einzelne Vermögensbeträge und Grund- und Bodengrößen
zeitzugeordnet angegeben. Er erwähnt sogar erhebliche Spitalüberschüsse, die der
Armenkasse zum Wohle der vielen Notleidenden zuflossen.
Die Langenzenner Chronik von 1988 von Dr. Michael Kroner widmet sich in fünf
langen Seiten detailliert unserem Langenzenner Spital, dessen Stiftungs-,
Führungs- und Betriebsmodalitäten, sowie schließlich dessen ganz hervorragenden
Einkommensverhältnissen. Im 17. Jahrhundert konnte die Spitalstiftung sogar
Kredite geben und nahm dafür durchschnittlich einen Zinssatz von 5 Prozent. Als
1684 unsere Stadtkirche aus freiwilligen Spenden eine neue Orgel anschaffte,
spendete unser Spital den ansehnlichen Betrag von 300 Gulden. Damals nahmen
Leih- und Zinsgeschäfte eine erhebliche Stelle im Spitalbetrieb ein. So gesehen,
kann unsere Spitalstiftung durchaus als die erste „Geldverleihanstalt“ in
Langenzenn betrachtet werden.

Der alte Spitalhof von 1985
nach oben
Wie konnte
es im Oktober 2007 nun zur endgültigen Schließung des Langenzenner Krankenhauses
kommen?
Dazu und zu
den umfangreichen Sanierungs-, Stützungs-, Unterstützungs- und Rettungsmaßnahmen
soll, stark zusammengefasst, nachfolgend berichtet werden. In den Untersuchungen
zur Altstadtsanierung der Jahre 1978 und 1980 wurde betont, dass es sinnvoll
ist, die Nutzung des Spitals als Senioren- und Pflegeheim und als Spital
fortzuführen. Diese Strategie führte 1985 dazu, dass sich der Stadtrat zur
umfangreichen Sanierung des Spitalkomplexes entschloss und dessen Aufnahme in
das Städtebauförderungsprogramm ermöglicht wurde. Möglich wurde die Sanierung
des gesamten Gebäudeensembles durch den Neubau eines Feuerwehrhauses und einer
BRK-Station an anderer Stelle, da bis 1986 deren Fahrzeuge in den Scheunen des
Spitalhofes untergebracht waren.
1992 verfügte das Krankenhaus wieder über 28 Betten und die Patienten wurden von
11 Pflegekräften unter der Leitung von Rita Lederer betreut und umsorgt. Es
wurden die neuen Räume an der Sanktustorstraße bezogen und die bis dahin
benutzten Räume des Südgebäudes an der Friedrich-Ebert-Straße für ein
Altenpflegeheim eingerichtet.
Im Rahmen
dieser höchst umfangreichen Neu- und Umbaumaßnahmen zwischen 1987 und 1992
wurden in das neue Krankenhaus, in das Seniorenpflegeheim und den zugehörigen
Bereichen, bei 2.537 m2 Nutzfläche und 16.000 m3 umbautem Raum, rund 14,5
Millionen DM investiert.
Schon nach einigen Jahren aber musste die Stadt Langenzenn dem neuen Krankenhaus
und Pflegeheim erheblich finanziell zusteuern. Im Jahre 2004 lag das Krankenhaus
in einem Minus von etwa 300.000 Euro. Die Sorgen des Stadtrates wuchsen. Eine
Liste mit über 1900 Unterschriften zum Erhalt des Seniorenheims im Alten Spital
wurde von Sigrid Lux, K.-H. Bieder und anderen zusammengetragen und dem Stadtrat
vor der Stadtratsitzung am 07.10.05 übergeben.
Am 30.10.2005 wurde in der evang. Stadtkirche ein „Interview-Gottesdienst“
durchgeführt. Gemäß des Jeremia-Zitats „Suchet der Stadt Bestes“, gaben primär
zum Thema „Fortbestand des Seniorenheims im Alten Spital“ mehrere Experten,
darunter auch 1. Bürgermeister M. Fischer, kurze Stellungnahmen ab. Anschließend
fand im großen Saal des Gasthofs „Grauer Wolf“ ein Frühschoppen statt, in dessen
Verlauf es zu den Themen Seniorenheim- und Spitalerhalt zu deutlichen und
scharfen Diskussionen kam.
Bei der Bürgerversammlung im Dezember 2005 wurde seitens des 1. Bürgermeisters
Manfred Fischer ein Gesamt-Fehlbetrag mit rund 600.000 Euro pro Jahr beziffert.
Dieser Betrag entfiel etwa hälftig auf Krankenhaus und Pflegeheim. Trotzdem alle
Stadtratsfraktionen die prekäre finanzielle Situation übereinstimmend
bedauerten, wurde der Haushalt der Hospitalstiftung im April 2006 einstimmig
verabschiedet. Die Sorgen um die Zukunft des Langenzenner Spitals ebbten nicht
ab, sondern wurden zum Bürgerthema Nr. 1. Im Langenzenner Mitteilungsblatt vom
16.06.06 erschien ein Diagramm, nach dem die Auslastung unseres Krankenhauses
von im Jahr 2000 mit 87 % zum Jahr 2005 mit 44 % abgenommen hatte. Ein
Sanierungskonzept für 25.000 Euro wurde Mitte 2006 vom Finanzausschuss des
Stadtrats als zu teuer abgelehnt, was die Zahl der Stadtkritiker als Vertreter
der Hospitalstiftung deutlich erhöhte. Ferner wurde bekannt, dass die Stadt 2007
das hochdefizitäre Kleinklinikum im Alten Spital schließen wolle.
Nach dieser Schließungsentscheidung kam es in der Bürgerschaft, mit dem
Freundeskreis „Förderverein Krankenhaus“ und dem letzten Belegarzt Dr. K.-P.
Kammerer zu scharfen Protestmaßnahmen gegen die Krankenhausschließung.

Luftbild von 1995: Saniertes Spital-Ensemble
Stadtrats-Planungen zur drastischen Kostenreduzierung über die Neuerrichtung
eines fremdfinanzierten Seniorenheims bzw. Gesundheitszentrums auf dem
ehemaligen BayWa-Gelände verliefen im Mai 2006 im Sande. Der Hoffnungsinvestor
Arbeiterwohlfahrt Fürth/ Land fand laut seines Kreisvorsitzendem Heinz Dengler
„das gesamte Vorhaben zu riskant“.
Mitte 2007 erfolgte ein zunächst sehr hoffnungsvoll scheinendes Angebot durch
das Fürther Klinikum Euromed. Dieses Konzept sah vor, Räume im Krankenhaus
anzumieten und eine Anlaufstelle für vor- und nachstationäre Behandlungen zu
erhalten. Leider verlief auch diese viel versprechende Offerte im Sand.
Am 30. Oktober 2007 wurde nun aus Wirtschaftlichkeitsgründen nach 625 Jahren das
beliebte und bewährte Krankenhaus für immer geschlossen. Für viele Langenzenner
nach wie vor unfassbar! Das Senioren- und Pflegeheim aber verbleibt bis auf
Weiteres im gleichen Gebäudekomplex, vielleicht teilweise auch in den Räumen des
ehemaligen Spitals.

Haupttrakt des Spitals aus dem Jahre 1536,
im Vordergrund die Waage zum Wiegen von Fahrzeugen
Kleine
Ergänzung:
Über die Gründung des Langenzenner Spitals gibt es eine Sage. Der Heimatverein
Langenzenn führte diese Sage erstmalig 2005 in abendlichen Führungen des
Nachtwächters mit drei kurzen Theaterstücken, geschrieben von Margit Begiebing,
auf. In einem Dialog zwischen drei Langenzennerinnen wird die Sage von der
Gründung des Spitals nachgespielt. Demnach verirrten sich einst auf dem
Dillenberg drei Jungfrauen. Als sie nach längerem Umherirren aus Langenzenn das
Gebetläuten hörten, schlugen sie die Richtung dorthin ein. Aus Dankbarkeit
stifteten sie das Langenzenner Spital und vermachten ihm einen Schatz und
verschiedenen Grundbesitz. Als ein Mesner einmal das abendliche Gebetläuten
aufgeben wollte, erschienen ihm in der Kirche drei schneeweiße Jungfrauen,
sodass seitdem das abendliche Gebetläuten immer fortgeführt wurde.
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Wir gedenken unserer Toten
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Friedl
Berthold |
Willi Humbert
|
Lina Bischoff |
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Hans
Lotter |
Helmut Schumann |
Hedwig
Förster |
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Luise
Gotter |
Brigitte
Bergler |
Anna
Probst |
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Hanna
Albrecht |
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Melchior
Schwab |
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AUFLÖSUNG DES HEIMKEHRERVERBANDES VDH LANGENZENN
Von K. Sellner
Am 29. September 2007 löste sich im Rahmen einer bewegenden
Feier der Heimkehrer-Verband VdH Langenzenn auf. In der mit 65 Personen
besuchten Abschiedsfeier war trotz Auflösungstatsache die Stimmung gelöst. Man
hatte bewusst die Feier auf die Mittagszeit verlegt, um eine größtmögliche
Teilnahme zu erzielen
.

Der 1.
Vorsitzende des Langenzenner VdH, Siegfried Kutzer, verdeutlichte in einer
würdigen Ansprache nochmals die Gründe der Auflösung. Voran gegangen war bereits
die Auflösung des bundes-weiten Dachverbands. Zum 31.12.2007 stünde die
VdH-Auflösung in Bayern an. Damit wäre dann der Verband der Heimkehrer,
Kriegsgefangenen und Vermisstenangehörigen auch im Landkreis Fürth
Vergangenheit.
2007 zählte der Langenzenner VdH noch 43 Mitglieder, davon acht Männer, die als
Soldaten am 2. Weltkrieg teilnahmen. In seiner mitgliederstärksten Zeit, der
1960er Jahre, hatte der VdH knapp 100 Mitglieder. 2007 betrug der Altersschnitt
etwa 72 Jahre.
Seitens der Stadt Langenzenn wurde die weitere Pflege des VdH-Gedenksteins in
Höhe der Würzburger Straße 4 zugesagt (siehe Bild mit Siegfried Kutzer). Der
Heimatverein bekam die VdH-Fahne und hängt diese ehrend im Heimatmuseum
Langenzenn auf.
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DER HEIMATVEREIN BERICHTET
Historischer Brauereiadler kehrte zurück
Von Andreas Schmidt
Der
historische Adler, der viele Jahrzehnte das Wahrzeichen der Adler-Brauerei Hauck
war, kehrte an seinen angestammten Platz am Prinzregentenplatz zurück. Vor
etlichen Jahren wurde der Adler wegen zu großer Schäden entfernt und
eingelagert. Das genaue Alter des Adlers ist allerdings nicht mehr feststellbar,
aber nach alten Aufzeichnungen ist gewiss, dass er weit über 100 Jahre alt ist.
Auf Initiative von Mitgliedern des Heimatvereins wurde beschlossen den Adler zu
restaurieren und wieder an seiner alten Stelle anzubringen. Der Besitzer, Herr
G.W. Giering, hat den Adler im Rahmen einer Schenkung am 11.4.2006 dem
Heimatverein überlassen und der Anbringung an historischer Stelle zugestimmt.
Mit viel Zeitaufwand und in mühevoller Handarbeit wurde der Adler von
Mitgliedern des Heimatvereins (Klaus Kleinschroth und Heinz Marschall)
restauriert.
Für die aufwendigen Reparaturarbeiten stellte der Steinmetzbetrieb Igl seine
alte Werkstatt kostenlos zur Verfügung.

An dem Brauereiadler nagte gewaltig der Zahn der Zeit!
Der Adler war in einem bedauernswerten Zustand.
Zunächst wurden alle losen Teile und Lackreste mit Abbeize entfernt, die
Hohlräume wurden dann mit Bauschaum ausgefüllt und das überstehende Material neu
modelliert. Die noch sichtbaren Metallteile wurden mit einem
Spezialrostschutzmittel behandelt. Die abgebrochenen Füße wurden mit
Spezialkleber und Metallverbindungen wieder an den Korpus angebracht. Danach
wurde der gesamte Adler in mehreren Lagen mit Glasfaservlies und Polyester
überzogen.
Die nächsten
Arbeitsgänge waren mehrfaches Spachteln und Schleifen der Oberfläche. Danach
wurde der Adler mit Bleikugeln, die in den Füssen eingebracht wurden,
ausbalanciert. Das Schwert musste vollständig erneuert werden, bei der Krone
mussten Metallteile eingesetzt werden.
Nach diesen Arbeitsschritten wurde der Adler komplett mit einem Speziallack
überzogen.
Diese gesamten Vorarbeiten erforderten einen Arbeitsaufwand von ca. 130 Stunden.
Die nun folgende diffizile Arbeit des Vergoldens dauerte nochmals über 20
Stunden. Hierfür wurde 22-karätiges Blattgold und Goldlack (aus Schwabach)
verwendet.
Der Ausleger musste ebenfalls mit einem Zeitaufwand von 15 Stunden repariert
werden. Das gesamte Material kostete ca. 700 €.
Am Pfingstmontag, den 28.5.2007, um 11.00 Uhr wurde im Rahmen einer kleinen
Feierstunde der Adler wieder an seinem Platz angebracht und wird mit Sicherheit
eine Bereicherung des neu gestalteten Marktplatzes darstellen.
 
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Ihren 70sten Geburtstag feierten 2007
Vereinsmitglied Konrad Weiß (17. Januar)
2. Vorstand Hermann Schuch (1. Februar)
Vereinsmitglied Fritz Stiegler (14. Februar)
Vereinsmitglied Werner Zintl (10. Mai)
Ehrenvorstand Martin Weber (22. September)
Wegewart Gustav Werner (15. November)
Ergänzung
zum letzten Heimatgruß Nr. 70
Beim Nachruf
auf unseren verstorbenen Ehrenvorsitzenden Georg Ulrich wurde bei der Aufzählung
der Auszeichnungen das Bundesverdienstkreuz am Bande vergessen. Wir bitten dies
zu entschuldigen.
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DER „ALTE MÜHLWEG“ UND DIE „APOLLONIENKAPELLE“
Von Martin Weber
Im Laufe des
20. Jahrhunderts ist unsere Landschaft durch die fortschreitende
Industrialisierung, durch die Ausweisung neuer Baugebiete und nicht zuletzt
durch den Bau der neuen B8-Südumgehung stark verändert worden. Durch diese
Flurneuordnung sind alte Wege und damit auch Flurnamen verschwunden.
Durch eine intensive Orts- und Flurnamen-Forschung ist jedoch Einiges wieder
entdeckt worden, was schon längst in Vergessenheit geraten war, so z.B. der
„Alte Mühlweg" oder die „Apollonienkapelle" bei Langenzenn.
Zum „Alten Mühlweg“:
Bekannt geworden sind in Langenzenn zwei solche Mühlwege. Man muss sich die
Frage stellen, warum solche Wege durch die Flur und nicht durchs Städtchen
geführt haben. Die Antwort ist ganz einfach: durchs Städtchen musste man
Pflasterzoll bezahlen. Von der Obrigkeit wurde ja angeordnet, zu welcher Mühle
ein Bauer sein Getreide fahren und dort mahlen lassen durfte. So führte einer
der Mühlwege von Burggrafenhof zur Wasenmühle bei Langenzenn.
Die Bauern von Burggrafenhof, Keidenzell und Dürrnfarnbach (auch eingeteilt zu
Wasenmühle) fuhren süd-östlich den Weg durch die Flurnamen „Am Schleifweg", „Am
Kühtrieb", über den Keidenzeller Weg am „Holzäcker" vorbei in die
Burggrafenhofer Flur dann in die Langenzenner Flur „Am Wasenplätzlein", „Pfaf-fenweiher",
„Beim Weißen Stein", über den Klaushofer Weg „Die Melba", „Vor dem Priel", „Beim
Taubenbaum" zum „Grasiger Weg", weiter „Am Teichenbach", „Steinleite", „Bei der
Kapelle" zum Raindorferweg und von dort zum Wasenmühlweg und dann zur
Wasenmühle.
Zur „Apollonienkapelle“:
Westlich der Steinleite („Odelberg") sind nach der Karte der
Katasterurvermessung noch alten Flurnamen zu finden, so z. B.: „An der alten
Kapelle", „Garten bei der alten Kapelle", „Acker an der alten Kapelle", „Hinter
der alten Kapelle Acker" oder „An der alten Kapelle Hopfengarten".
Weiter ist dieser Karte zu entnehmen, dass in östlicher Richtung von Langenzenn
zwei Kapellen standen: Eine kleinere Kapelle am Raindorfer Weg, Ecke Nürnberger
Straße, und eine viel größere, die Apollonienkapelle, gegenüber dem alten
Langenzenner Bahnhof (an der Stelle, an der das Schulzenhäuschen gestanden hat,
heute Zufahrt zum Gewerbegebiet Ost 2)

Vermutung: Die Apollonienkapelle und die kleinere
Kapelle am Siechwasen auf der Vetterschen Karte von 1710
Man kann
vermuten, dass die verfallene Kapelle verkauft wurde, die Grundmauern und die
Wände aus Sandstein wieder als Grundstock für den Bau eines neuen Haus verwendet
wurden, so wie es auch beim Heimatmuseum war.
Stadtpfarrer Einfalt beschreibt in seiner Chronik von 1910 die
Apollonienkapelle: „Am Rossendorfer Weg, in der Gegend der jetzigen Georg Martin
Waltherschen Fabrik - der dortige Flurteil heißt jetzt noch "Bei der alten
Kapellen" - stand eine der heiligen Apollonia geweihte Kapelle.“
Im Kreisarchiv Nürnberg befindet sich die Abschrift eines wegen dieser Kapelle
zwischen der Stadt und dem Kloster geschlossenen Vertrages (1499), dessen Inhalt
folgendermaßen lautet: „Die Priester des Klosters haben in dieser die
wöchentliche Ewige Messe zu lesen, und am Apollonientag sollen zwei oder mehrere
Pfarrherrn aus dem Kloster samt Schulmeister und Schülern ein gesungenes Amt und
Messe und Predigt halten. Aus dem, was auf dem Altar geopfert wurde, sollen sie
eine ziemliche Ehrung und gutes Essen erhalten, auch sollte Wein, nicht vom
geringsten, der in der Stadt geschenkt wurde, ihnen gereicht werden.“ Da in der
Kapelle auch viele Altäre anderen Heiligen geweiht waren, sollte an den
einzelnen Jahrestagen der betreffenden Heiligen Messen gelesen werden. Von dem
Einkommen der Kapelle sollte ein Drittel der Pfarrkirche und dem Kloster
zufallen; zwei Drittel sollten bei der Kapelle bleiben und zur Mehrung des
„göttlichen Dienstes“ verwendet werden. Die Kelche, Messbücher und Messgewänder
sollten im Kloster aufbewahrt und von dort in die Kapelle zu den Gottesdiensten
verbracht werden.
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LIEBE LANGENZENNERIN, LIEBER LANGENZENNER, LIEBE LANGENZENNER IN DER FERNE,
der
vorliegende Heimatgruß Nr. 71 lässt nur grob erkennen, welche Aktivitäten und
Ereignisse 2007 im Heimatverein Langenzenn stattfanden.
Nicht näher erwähnt wurden z.B. die beliebten Wanderungen mit unserem 2.
Vorstand Hermann Schuch, oder die vielen Öffnungen unseres Heimatmuseums und der
Fronveste während der Aufführungen der Klosterhofspiele. Die Aufsichts-Besetzung
hierzu organisiert seit Jahren hervorragend unser 3. Vorstand Gerhard Striegel.
Auch auf die zeitaufwendige Sisyphusarbeit der fotografischen Erfassung unserer
mindestens 6000 Exponate in unseren beiden Museumsgebäuden wird nicht
angesprochen. Ebenso nicht die allgemeinen Arbeiten in den Museen, die
monatlichen Reinigungsaktivitäten dort, die vielen Führungen darin und die in
unserer Stadtkirche, sowie die vielen Tag- und Abendführungen durch unsere
schöne Heimatstadt. Und man könnte hier ganz leicht weiter fortfahren. Allen
Aktiven und Freunden sei hier mein besonderer Dank ausgesprochen.
Welche
kommenden Planungen gibt es im Heimatverein?
Das kommende Jahr 2008 wird sich u.a. auch auf die Planung des Jubiläums
„600-Jahre-Augustiner-Chorherrenstift-Langenzenn“ erstrecken. Wie wir wissen,
trägt die Stiftungsurkunde als Datum den 13. Mai 1409. Um dieses Datum werden
wir 2009 die Feierlichkeiten mit mehreren Veranstaltungen begehen. Im kommenden
Jahr 2008 wird unser Friedhof an der Würzburger Straße 400 Jahre alt. An dieses
Ereignis wird aber wohl nur während eines Gottesdienstes erinnert werden. Ein
weiteres schönes Ereignis wird sicher auch unsere 3-Tagesfahrt nach Speyer und
Worms ab 13. Juni 2008 werden.
So verbleibt mir zum Ende dieses kleinen Grußschreibens mich dankbar der Arbeit
vieler fleißiger Hände im Heimatverein zu erinnern. Diesen treuen Freunden im
Heimatverein und Ihnen liebe Langenzennerinnen und Langenzenner, hier und in der
Ferne, wünsche ich ein möglichst gesundes, friedliches und gesegnetes Jahr 2008.
Ihr Kurt Sellner
1. Vorsitzende des Heimatvereins Langenzenn
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VON LANGENZENNER BETRIEBEN
Brand in
der ehemaligen Ziegelei „Lotter & Stiegler“
Von Gerhard Striegel
Am
Samstagmorgen des 22.09.2007 wurde um 02:09 Uhr über die Leitstelle in Nürnberg
Feueralarm ausgelöst. Die Fabrikgebäude der ehemaligen, teilweise bereits über
hundert Jahre alten, Ziegelei „Lotter & Stiegler“ standen in Flammen.
Das Obergeschoss des stillgelegten Fabrikgebäudes befand sich zum Zeitpunkt der
Alarmierung bereits im Vollbrand. Auf Grund des gewaltigen Ausmaßes des Brandes
waren zur Bekämpfung neben der Freiwilligen Feuerwehr Langenzenn noch die Wehren
aus Keidenzell-Stinzendorf, Horbach, Kirchfembach, Laubendorf, Burggrafenhof,
Cadolzburg und sogar die Berufsfeuerwehr Fürth mit einem Gerätewagen mit
Messtechnik beteiligt.

Von dem Fabrikgebäude der ehemaligen Firma Lotter & Stiegler blieben nach dem
Brand nur noch die Mauern stehen
Um den hohen
Wasserbedarf zu decken, musste Wasser aus der Zenn herangefördert werden. Dazu
waren Schlauchleitungen unter den Gleisen der Zenngrundbahn zu verlegen, da die
absolute Sperrung der Bahnlinie zu diesem Zeitpunkt noch nicht sichergestellt
war.
Um 04:36 Uhr
konnte das Feuer als gelöscht gemeldet werden. Auf Grund von akut bestehender
Einsturzgefahr wurde das Gebäude verbarrikadiert und das Gelände großzügig
abgesperrt.

Als
Brandursache konnte durch die Kriminalpolizei eindeutig Brandstiftung
festgestellt werden. Zwei Jugendliche wurden zwischenzeitlich als mutmaßliche
Täter ermittelt.
Angesichts der gefährlichen Statik des Objektes wurde durch das Landratsamt
Fürth der Abriss der betroffenen Fabrikgebäude angeordnet.

Die Trümmer des abgebrochenen Fabrikgebäudes
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Dr. med.
Ernst Glenk geht in den wohlverdienten Ruhestand
Von Martin Weber

Dr. med Ernst Glenk
Ernst Martin Peter Glenk wurde am 25. Juli 1942 als 3. Kind des Arztes Dr. med.
Hanns Glenk in dem kleinen Ort Zeven im Kreis Bremervörde geboren. Dort war sein
Vater damals Assistenzarzt in dem kleinen Krankenhaus.
Nach dem Kriege 1945 kam Ernst Glenk mit 3 Jahren nach Langenzenn, wo sein Vater
mit der Familie im Spital wohnte, seine Praxis einrichtete und im Krankenhaus
Langenzenn als Belegarzt und Geburtshelfer tätig wurde.
1953 kaufte Herr Dr. med. Hanns Glenk von Frau Carl das Haus in der
Hindenburgstraße Nr.10 und zog dorthin mit Familie und Praxis um.
Von 1948 bis 1953 besuchte der Sohn Ernst Glenk die Volksschule in Langenzenn
(die ersten 4 Jahre im Kloster und heutigem Rathaus, das letzte Jahr im
damaligen Neubau im Klaushofer Weg, dann das "Neue Gymnasium" in Nürnberg, an
dem er 1952 das Abitur ablegte. Es folgte das Medizinstudium an der Universität
in Erlangen mit einem Wintersemester in Innsbruck und einem Sommersemester in
Kiel, nach dem Physikum das Staatsexamen im Februar 1959 und die Approbation als
Arzt nach entsprechender Medizinalassistentenzeit im März 1970; Promotion im
Januar 1972, bis 30.06.1975 im Klinikum Fürth. Zwischenzeitlich war er 1/4 Jahr
Truppenarzt bei den Heeresfliegern in Kiliansdorf bei Roth; im Mai 1975 bekam er
die Anerkennung als Internist und im Oktober 1993 die als Allgemeinarzt.
Seit 1. Juli 1975 hat er die Praxis seines Vaters in Langenzenn weiter geführt
und war auch bis 31. März 1986 als Belegarzt im Langenzenner Stadtkrankenhaus
tätig. Sein Vater, Dr. med. Hanns , half ihm bis zu seinem Tode am 21. Oktober
1992.
Nach 32 Jahren geht Herr Dr. med. Ernst Glenk in den wohlverdienten Ruhestand.
Er war immer ein aufgeschlossener Mensch; durch seine Hilfsbereitschaft und sein
freundliches Wesen hat er vielen Menschen einen guten Dienst geleistet.
Die Praxis von Herrn Dr. med. Ernst Glenk hat Herr Dr. med. Ralf Froschauer,
auch ein Langenzenner, übernommen.
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125 Jahre
Draht Krippner Langenzenn
Von Martin Weber
Das
Familienunternehmen "Draht Krippner" Langenzenn feierte im Februar sein
125-jähriges Jubiläum. Im Jahre 1881 gründetet Johann Nikolaus Krippner in Fürth
eine Drahtwarenfabrik, 1908 wurde das erste Firmengebäude in Langenzenn
errichtet. Mittlerweile leitet Christian Jeltsch in fünfter Generation das
Unternehmen mit insgesamt zehn Mitarbeitern.

Ehemaliges Firmengebäude an der Würzburger Straße

Neues Betriebsgelände im Gewerbegebiet V
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EREIGNISSE IM JAHRESRÜCKBLICK 2007
Von Martin Weber
Februar
Am 8. Februar feierte die Firma Draht Krippner ihr 125-jähriges
Betriebsjubiläum. Außerdem wurde in diesem Monat der Mühlbach zur Wasenmühle
wieder „gefegt“. Nach 1988 und 1995, Jahre in denen nur eine einfache „Zennfege“
notwendig war, war diesmal ein aufwendiger Wasserbau notwendig geworden. Der
ganze Mühlbach wurde ausgebaggert, mit Wasserbausteinen befestigt und mit einer
festen Lehmunterschicht versehen.

Im Vordergrund: Der ausgebaggerte Mühlbach. Im Hintergrund: Die Wasenmühle
März
Der Wertstoffhof in Langenzenn - Horbach wurde komplett modernisiert. Nach 18
monatiger Umbauzeit präsentiert er sich deutlich komfortabler und
übersichtlicher. Der Umbau kostete ca. 800.000 €. Der Wertstoffhof ist
Anlaufstelle für ungefähr 40.000 Bürger des nördlichen Landkreises Fürth.
Übergabe eines BRK-Rettungswagens an die Rettungswache in Langenzenn. Pfarrer
Wolfram und Pastoralreferent Hafner sprachen die Segensworte.
Am 24. feierte die Singgemeinschaft Fembachtal ihren 50. Geburtstag.
April
28. April, Hans Tauber, Landtagsabgeordneter und Kreisrat, ist im Alter von 86
Jahren gestorben. Er hat viel dazu beigetragen, dass wir das Gymnasium nach
Langenzenn bekommen haben.
Mai
Am 1. Mai wurde wieder der Handwerkerbaum mit einer kleinen Ausstellung "Hopfen
und Bier" am Schreiberstorberg aufgestellt. Die Hopfenzupfer sangen und spielten
dazu.
5. Mai: Die Freiwillige Feuerwehr Burggrafenhof bekommt ein neues TSF-K Fahrzeug
übergeben.
Am 11. hatte das Theater-Team der Sport- und Sängerfreunde Laubendorf ihren
10-jährigen Auftritt.
Einen Tag danach wurde der neue Siebener-Weg unter großer Beteiligung der
Bevölkerung und der Siebener vom Landkreis und der Stadt Fürth eingeweiht.
Pfarrerin Susanne Gloßner sprach den Segen für den neuen „Besinnungsweg“, der
eine Länge von 17 Kilometern hat und aus insgesamt 65 Siebener-Steinen besteht.
Näheres über diesen „Besinnungsweg“ kann man aus dem gleichlautenden Prospekt
entnehmen, der im Rathaus ausliegt.
24. Mai: Dekan Schuster und Pfarrer Wolfram feierten zusammen 100 Jahre
Geburtstag.
Am Pfingstmontag, rechtzeitig zur Langenzenner Kirchweih, ist ein Wahrzeichen
der Stadt an seinem angestammten Ort zurückgekehrt. Frisch restauriert glänzt
der goldene Adler der einstigen Brauerei Hauck nun wieder über dem
Prinzregentenplatz.
Juli
Das barocke Friedhofsportal erstrahlt wieder in neuem Glanze, nachdem es durch
den Steinmetzmeister Werner Jgl aus Langenzenn renoviert wurde.

Nach der Renovierung im Jahr 2007

Eine Aufnahme nach einer Renovierung aus längst
vergangenen Tagen
Der Direktor des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums Langenzenn, Herr
Oberstudiendirektor Joachim Mensdorf, wurde nach 26 Jahren in Langenzenn in den
Ruhestand verabschiedet. Er war maßgeblich am Aufbau des Langenzenner Gymnasiums
beteiligt und leitete es vom Anfang an bis jetzt.
September
Bei den Klosterhofspielen Langenzenn, einer ehemaligen Abteilung des
Heimatvereins, fanden im September Neuwahlen statt: Nach Reiner Ahlers und
Jürgen Klostermeyer ist nun Roland Schönfelder der neue Vorsitzende der
Klosterhofspiele.
Wer Lust zum Mitspielen hat, soll sich beim 1. Vorsitzenden
melden.

Oktober
In diesem Monat wurde das Projekt „Wald life“ abgeschlossen. Durchgeführt wurde
dies Projekt von der Bayerischen Forstverwaltung mit einer Schülergruppe des
Wolfgang-Borchert-Gymnasiums Langenzenn. Gymnasiasten der 5. bis 7. Klassen
erlebten 18 Unterrichtstunden unter Bäumen des Hardwaldes.
Ebenfalls im Oktober wurde die Sanierung des Martin-Luther-Platzes (des „Kärcherhufs“)
im Rahmen der Altstadtsanierung abgeschlossen. Der vorher nur beschwerlich zu
begehende Platz wurde vorbildlich umgestaltet, so dass er ausgezeichnet das
Stadtbild um das Kloster abrundet. Besonders die nächtliche Beleuchtung macht
diesen Platz zu etwas Besonderem.
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BILDER VOM NÄCHTLICHEN MARTIN-LUTHER-PLATZ
-VOM „KÄRCHERHUF“-
  
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MUNDART
Wu issn
eignli aan sei Derhamm?
Von Roland Schönfelder
Wensd aan
frochst, wu er derhamm ist, sachdädä immer tzäschd sei Address, wu er wohnd hald.
Noija, des is ja nu nix verkäds. Obber etz hobbi do nahli ann Schbruch aff ner
Hauswend gsehng, der had kassn: „Dies Haus ist mein und doch nicht mein. Dem,
der nach mir kommt, wird’s auch nicht sein. Den Dritten trägt man auch hinaus,
nun sag mir, wem gehört dies Haus?“
So, un etz?
A Odd is dees Derhamm also ned. Obber wos is nä dann?
Doa gidds dann aani, die messn do in Inderned nochschaua, die guugln dann rum. (Allmächd,
wie ergläri na etz denna äldern Leid, wos „guugln“ is? Di mana, iech hob miech
verschriem! Dess Besde is, ihr frochd bloas aiä Ängerli, di erklärns eich scho.)
Hamms dann guugld, is meisdns su vill Zeid verganga, dassd widder geh mussd.
Andere song, Derhamm is do, wu mer si wohl fild.
Do kummer der Sach scho näher!
Und wemmer dann di Leid weiderfroachd, durch wos no su a Gfil herkummd, dann
redns immer wos von Freindschafd und Ge-borgnheid. Do wänds däbei a immer ganz
ernsd!
Wenn miech aner frochd, wu dees Derhamm is, dem erzälli a glanna Gschichd, die
mer im Frijoar bassierd is. Doa woari nämli beim Friedhuufsbooder es äschdemoal
mit meina zwa glanna Buum beim Hoarschneidn. Tzäschd bin iech dro kumma und dann
anner vo di Zwaa. Etz huld do affamoal der Booder a Breedla vo der Eggn raus und
lechds aff di Lehna vo den Stull und sachd zu mein Glann: „Hobb, grabbl nauf! No
hoggsd hächer.“ Etz schau iech mier des Breedla gnauer oh und froch in Booder,
wuä des no her had. Doa sachd der mier, des haddä vo seim Vorgänger nu, dem oldn
Gehlers-booder.
Etz gähd mier a Lichd auf!
Des is nu des Breedla, aff dem iech a scho kokdd bin, als ich nu su gla woar, wi
meine Zwa etz. Fätzg Joar is des Breedla old und etz hoggn mei Kinnä aff
demselbm Breedla, wie iech a scho kokdd bin!
Wenn miech also anner frochd, wu dees Derhamm is, dem sochi einfach: Do wu mei
Kinnä affn selbn Breedla hoggn wie iech vo fätzg Joar!
Un wennsd mer etz di Gschichd ned glabbsd, dann schausdä einfach des Bildla oh,
do is drauf, dees Breedla!

Der Vadder (Roland Schönfelder) mid sein Buum (Jonathan) und dem Breedla
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Das
Heimatmuseum und die Fronveste sind jeden ersten Sonntag im Monat
von 14 - 16 Uhr geöffnet.
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Herausgeber des Heimatgrußes:
Heimatverein Langenzenn e.V., 90579 Langenzenn,
Redaktion:
Roland Schönfelder, Fichtenstr. 21, 90579 Langenzenn
e-mail: r.schoenfelder@t-online.de
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