Heimatmuseum

Die Geschichte des Heimatmuseums

Im Sandstein-Untergeschoß dieses Gebäudes befinden sich noch heute Spuren romanischer Bauweise. Damit ist ein Bauursprung bereits um oder vor 1250 nicht auszuschließen. Folglich dürfte das Heimatmuseum, in seinen Grundmauern, das älteste Gebäude in Langenzenn darstellen.

Das heutige Heimatmuseum war bis 1622 Friedhofskapelle und dem Luzifer stürzenden Erzengel Michael geweiht.

Bis ins 17. Jahrhundert befand sich zwischen unserer evang. Stadtkirche und dieser Friedhofskapelle der Friedhof. So wie sich eben früher häufig und vereinzelt noch bis in dieses Jahrhundert, die Begräbnisstätten unmittelbar neben der Kirche befanden.

Im Jahre 1568 gebot der Ansbacher Marktgraf Georg Friedrich die Verlegung des Friedhofs vor die Stadt Langenzenn. Davon wollten die alten Langenzenner und deren Stadtväter allerdings überhaupt nichts wissen und schoben die Angelegenheit um Jahrzehnte hinaus. Erst als der Stadt und Amtsvogt Hans Auer am 23.4.1593 ein Grundstück vor dem oberen Tor (Westtor) stiftete, schien der Friedhof Realität zu werden. Als aber Hans Auer seine Stiftung wieder bereute, verzögerte sich das Unternehmen weiter. Auch sträubten sich die Langenzenner nach wie vor hartnäckig ihre Verstorbenen außerhalb der Stadtmauer zu beerdigen. Erst der Ausbruch einer Seuche und die Enge des Friedhofs erzwangen eine Änderung.

Am 18.12.1607 erging eine klare hochfürstliche Weisung, daß mit dem ersten Todesfall im Jahre 1608 der neue Friedhof eröffnet werden müsse. Dieser Fall trat dann mit einem im Langenzenner Armenhaus verstorbenen Bettler namens Heinrich ein.

Am 27. Dezember 1622 wurde die “Todtenkirche” oder “Kapelle zum heiligen Kreuz” vor der Weststadtmauer eingeweiht. Damit wurde unser heutiges Heimatmuseum frei und nach dem Aufstocken mit einem wunderschönen Fachwerkgeschoß in eine Lateinschule umgewandelt.

Heimatmuseum von Nord

Das Obergeschoß diente bis 1815 als Lehrerwohnung. Der vermutlich in diesem Jahr erfolgte Kauf des Hauses von dem Melber (Mehlhändler) Johann Heller ist nicht ganz sicher nachweisbar. Ihm folgte der Melber Friedrich Vogt. 1840 übernahm der Müller und Melber Johann Georg Andreas Sörgel, der aus der Prethalmühle bei Altdorf stammte, das Anwesen. Er heiratete Margarete, die Tochter des Friedrich Vogt, in Langenzenn damals als das “Vogt`n `Retla” bekannt. Ihm folgte als Besitzer sein Sohn Heinrich und darauf von 1905 bis 1939 Hans Sörgel. Von 1939 bis 1962 war dann Wilhelm Sörgel der Besitzer des bis dahin landwirtschaftlichen Anwesens. Über die Tochter Monika des Wilhelm Sörgel kam das Haus 1962 an den Landwirt Martin Weber. 1963 wurde das “Sörgel`sche Haus” mit der Bedingung an die Stadt Langenzenn verkauft, es für ein künftiges Heimatmuseum zur Verfügung zu stellen.

Nach 1964 war für kurze Zeit die Langenzenner Stadtbibliothek hier untergebracht. 1973 wurde mit sehr viel Eigenleistung des Heimatvereins und Unterstützung der Stadt mit dem Um- und Ausbau zum Heimatmuseum begonnen.

Am 11. Juni 1976 konnte das heutige Heimatmuseum eingeweiht und der Öffentlichkeit übergeben werden.

Quellen: U.a.: Original- Aushang im Heimatmuseum bis 1999; Landchronik von 1895, S.218 f. Buch “Plausch am Brestlesbrunnen” v. V. Fürstenhöfer, S.24ff. Pfr. Einfalt: “Die Geschichte der Stadt, des Klosters u. d. Pfarrei Langenzenn”, 1910, S. 52f.
Bildband II Langenzenn, S. 54. “500 Jahre Schule in Langenzenn” 1999. Familienchronik von Martin Weber 1999.