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Nr. 66 Heimatgruß Dezember 2002
Bilder aus vergangenen Tagen
Zusammengestellt von Martin Weber und Roland Schönfelder
Die Bilderserie zeigt eindrucksvoll, wie sich die Hindenburgstraße vom Marktplatz aus Richtung Westen während der letzten 100 Jahre verändert hat. Man könnte fast meinen, wenn man das erste und das letzte Bild miteinander vergleicht, dass sich kaum etwas verändert hat.
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Das heutige Heimatmuseum, im Hintergrund das Geschäftshaus Hindenburgstr. 7 zwischen 1900 und 1920 |
Die Aufnahme um 1900 zeigt das heutige Heimatmuseum, in dem sich seit 1812 ein Melberladen befand. Die Treppe, die zu diesem Laden führte, wurde 1926/27 abgerissen. Davor stand das "Handwerksboschnhaisla". In diesem Gebäude konnten die Handwerksburschen, die sich auf der Walz befanden, übernachten. Verdeckt von diesem Haisla befand sich vor der Treppe das öffentliche "Wellblechabbodhaisla", das wahrscheinlich gleichzeitig mit der Treppe abgerissen wurde. Wie aus alten Erzählungen überliefert, wusste man jedes Mal genau Bescheid, wenn das "Pissoir" (so nannte es Anna Sörgel) benutzt wurde, weil dann das Wellblech immer schepperte. Zwischen dem Handwerksburschenhaus und der heutigen Fronveste (damals war ein Teil der Fronveste zum "Gasnstall" umgebaut) zog sich eine Mauer entlang, hinter der eine "Mistn" lag. Links vom Melberladen im Hintergrund befand sich das Anwesen Hindenburgstraße 7, ein Haus mit langer Tradition als Wohn- und Geschäftshaus bis in unsere Tage. Damalige Besitzer: Friedrich und Lina Reichenbacher (vormals Weißmeier). Sie betrieben zu dieser Zeit im Erdgeschoss ein Schnittwarengeschäft.
In den letzten Kriegswirren wurde dieses Geschäfthaus am 9. April 1945 zerbombt und brannte bis auf die Kellermauern ab. Dies war ein jähes Ende für den Laden, der inzwischen von Frau Gerbig geführt wurde.
1949 wurde die Tradition als Geschäftshauses fortgeführt (Bild unten): Im Keller, der als einziges vom Haus übrig blieb, wurde ein Obst- und Gemüseladen eröffnet (als Gemüse-Peter bekannt). Dazu wurde der Keller notdürftig mit Wellblech abgedeckt, vor dem Eingang befanden sich Holztafeln, auf denen man sich über das Angebotene informieren konnte. Solche Bilder waren in Großstädten Alltag. Es gab sie also auch in Langenzenn.
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Überreste des Anwesens Hindenburgstr. 7 nach der Bombardierung im April 1945 |
Doch die Zeit ging weiter und das Wirtschaftswunder machte, wenngleich in sehr kleinen Schritten, auch vor Langenzenn nicht halt. Anfang der 50er Jahre war das Geschäft im Keller nicht mehr zulässig. So wich der "Kellerladen" einer Holzbaracke (nächstes Bild). Das Sortiment konnte nun Familie Peter auf Lebensmittel und Süßigkeiten ausweiten. Außerdem befriedigte in dieser Zeit ein kleiner Kohlenhandel die Bedürfnisse der Bürger. Ältere Langenzenner werden den Anblick von Käuferschlangen noch im Gedächtnis haben, die vor dieser Baracke anstanden, um wenigsten einen halben Zentner Kohlen zu bekommen.
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Das Anwesen Hindenburgstr.7 Anfang der 50er Jahre: eine Baracke dient als Verkaufsraum |
Zur Beschaffung der Waren dienten in dieser Zeit, wenn überhaupt, dreirädrige Kleinlaster der Marken "Tempo" oder "Goliath".
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Herr Peter und sein Dreirad um 1950 |
Erinnern wir uns: Herr Peter und Herr Saulich waren in Langenzenn zunächst die zwei einzigen Besitzer eines solchen Gefährtes. Über 15 Jahre diente die Baracke als Verkaufsraum, bis sie 1966 abgerissen wurde und ein großes Wohnhaus mit Laden im Erdgeschoss gebaut wurde.
Die untenstehende Aufnahme ist noch in einer Zeit entstanden, in der sich Lebensmittelgeschäfte größtenteils in privater Hand befanden.
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Das Wohn- und Geschäftshaus Hindenburgstr.7 ab 1966 |
Sie waren auf ganz Langenzenn verteilt, jeder konnte sie zu Fuß erreichen. Angesichts der heutigen Lage der Supermärkte (die meisten befinden sich im Osten von Langenzenn) war die damalige Aufteilung sehr verbraucherfreundlich und bürgernah.
Die untere Aufnahme ist im November 2002 entstanden. Seit der Aufgabe des Lebensmittelgeschäfts 1979 befindet sich dort ein Reisebüro.
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Im Jahr 2002: Seit 1979 befindet sich ein Reisebüro im Anwesen Hindenburgstr.7 |